Neuinfektionen: Tödliches Mers-Virus in Thailand nachgewiesen

Mers-Virus und die Symptome. Bild: viyadafotolia - fotolia
Sebastian
Im auch bei Deutschen beliebten Urlaubsparadies Thailand ist zum zweiten Mal eine Mers-Infektion nachgewiesen worden. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Betroffenen um einen 71-Jährigen aus dem Oman, der vor wenigen Tagen in das südostasiatische Land gereist ist.
Über 200 Menschen wurden beobachtet
Das gefährliche Mers (Middle East Respiratory Syndrome) -Virus, das vor allem im Nahen Osten schon Hunderte Menschenleben forderte, ist in Thailand angekommen. Zum zweiten Mal ist in dem südostasiatischen Land eine Infektion mit dem potentiell tödlichen Erreger nachgewiesen worden. Wie die Zeitung „Bangkok Post“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtet, ist der Betroffene ein 71-jähriger Mann aus dem Oman, der am 22. Januar nach Thailand gereist war. Den Angaben zufolge sei er im Bamrasnaradura Infectious Disease Institute in der Stadt Nonthaburi nördlich von Bangkok unter Quarantäne gestellt worden. Über 200 mögliche Kontaktpersonen des Mannes wurden laut dem Bericht beobachtet.

Mers-Virus und die Symptome. Bild: viyadafotolia - fotolia
Mers-Virus und die Symptome. Bild: viyadafotolia – fotolia

Zweiter Mers-Fall in Thailand
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, hatten die Behörden den ersten Mers-Fall im Juni 2015 ebenfalls bei einem Mann aus dem Oman registriert. Der Patient war in Thailand behandelt und für gesund erklärt worden. Damals seien keine weiteren Personen im Land mit dem Erreger infiziert worden. Das Virus kursiert insbesondere auf der arabischen Halbinsel und hat dort in den vergangenen Jahren bereits mehrere Hundert Todesopfer gefordert. Durch Reisende wird der Erreger vereinzelt auch in andere Weltregionen getragen. Im Frühjahr 2015 wurde das tödliche Mers-Virus in Deutschland diagnostiziert und zwar bei einem Patienten der von einer Urlaubsreise aus Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) zurück gekommen war.

Größter Ausbruch außerhalb arabischer Halbinsel
Eine Infektionswelle in Südkorea gilt als der bislang größte Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel. Am 20. Mai 2015 wurde in dem Land der erste Mers-Fall gemeldet, im Juni waren die Infektionen zwar rückläufig, doch die Gefahr noch nicht vorüber. Erst Ende Juli erklärte die Regierung den Ausbruch für beendet. Insgesamt 36 von 186 Menschen in Südkorea, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, starben. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die rasche Ausbreitung der Viren unter anderem auf mangelnde Kenntnisse über die Krankheit sowie überfüllte Notfallstationen zurückgeführt.

Infektion kann tödlich enden
Identifiziert wurde Mers-CoV erstmals im September 2012 bei einem Patienten mit schwerer Atemwegsinfektion. Vermutlich gab es bereits zuvor auf das Virus zurückgehende Erkrankungen, die aber nicht genauer untersucht wurden. Es hat Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus und kann grippeähnliche Symptome, wie Fieber, Kurzatmigkeit und Husten auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Mers führt zudem im Gegensatz zu SARS zu Nierenversagen. Allgemein gilt Mers zwar als weniger ansteckend, führt aber häufiger zum Tod, als dies bei vielen anderen Infektionskrankheiten der Fall ist. Die Erkrankung kann aber auch nahezu symptomfrei verlaufen. Gesundheitsexperten zufolge treten schwere Verläufe überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf. Das Mers-Virus wird durch Kamele übertragen, doch auch andere Tiere werden als mögliche Überträger vermutet. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, aber nach derzeitigem Wissensstand selten. (ad)

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