Neurodermitis: Kein langes Duschen

Nina Reese

Duschen: Pflegetipps für Neurodermitiker

25.02.2014

Wer unter Neurodermitis leidet, sollte besonders bei der Körperpflege vorsichtig und sanft vorgehen. Wie die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. in Bonn in ihrer aktuellen Broschüre „Basispflege und Therapie bei Neurodermitis“ schreibt, sollte daher besonders auf langes Duschen sowie auf Pflegeprodukte verzichtet werden, welche die Haut zusätzlich reizen.

Vier Millionen Menschen leiden an der chronisch-entzündlichen Haut-Erkrankung
Rund vier Millionen Menschen sind in Deutschland nach Angaben der Deutschen Haut- und Allergiehilfe in Bonn von der chronisch-entzündlichen Haut-Erkrankung Neurodermitis betroffen und leiden meist schubweise unter Symptomen wie juckenden Ekzemen, trockener Haut und Entzündungen. Obwohl die Krankheit bis heute noch nicht heilbar ist, könnte nun offenbar dank aktueller Forschungsergebnisse eine neue entwickelte Basisbehandlung helfen, die Haut Betroffener besser gegen reizende Einflüsse zu wappnen. „Die Haut von Neurodermitispatienten ist auch in beschwerdefreien Phasen nicht gesund. Sie ist viel zu trocken und kann äußere Einflüsse wie Kälte oder Schadstoffe nicht ausreichend abwehren. Denn der Hautbarriere fehlen wichtige Substanzen, die normalerweise für einen ausgewogenen Fett-Feuchtigkeitshaushalt sorgen. Wir haben heute einen viel tieferen Einblick in diese Vorgänge als früher und können diesen Mangel daher schon recht gut durch die äußerliche Behandlung mit bestimmten Fett- und Eiweißstoffen ausgleichen“, erklärt Professor Dr. Thomas Bieber, Dermatologe und Allergologe an der Universitätsklinik Bonn.

Haut nur vorsichtig abtupfen und auf reizende Pflege verzichten
Dementsprechend sollte besonders auf ausgiebiges Duschen und Baden verzichtet werden, um die Haut nicht noch stärker zu reizen, so die Empfehlung der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. in Bonn in ihrem aktuellen Ratgeber „Basispflege und Therapie bei Neurodermitis“. Da der Haut durch jeden Kontakt mit Wasser Fett und Feuchtigkeit entzogen wird, sollte zudem generell eher geduscht als gebadet werden. Zudem sollten Betroffene auf reizende, haut-irritierende Pflege- bzw. Reinigungsprodukte verzichten, sondern stattdessen nur Mittel verwenden, die speziell an Neurodermitiker bzw. Personen mit trockener, sensibler Haut adressiert sind. Bei der Pflege sollte außerdem sehr sanft vorgegangen werden – hier empfiehlt der Verein, in Hinblick auf die Verteilbarkeit möglichst flüssige Produkte zu verwenden und beim Abtrocknen darauf zu achten, die Haut nicht zu stark abzureiben, sondern besser vorsichtig abzutupfen. (nr)

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Bildnachweis: Rainer Sturm / pixelio.de