Neurodermitis: Nur glatte und fein gewebte Kleidungsstoffe verwenden

Menschen mit Neurodermitis sollten  besser Kleidungsstücke aus glatten und fein gewebten Materialien wie Baumwolle oder Viskose tragen. Dadurch wird die Haut weniger gereizt. (Bild: miamariam/fotolia.com)
Alfred Domke
Hilfe bei Neurodermitis: Glatte und fein gewebte Kleidungsstoffe
In Deutschland sind laut Experten rund vier Millionen Menschen von der chronisch-entzündlichen Haut-Erkrankung Neurodermitis betroffen. Der Großteil davon sind Kinder. Die Krankheit kann zwar nicht geheilt werden, doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Eine davon betrifft die Kleidung.

Sehr viele Kinder und Jugendliche betroffen
Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung und gehört laut dem Robert Koch-Institut (RKI) „zu den häufigsten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter“. Die Krankheit geht in der Regel mit starkem Juckreiz, trockener, schuppiger und geröteter Haut einher. „Durch den Juckreiz und die sichtbaren Hautausschläge kann Neurodermitis die Psyche und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen“, schreiben die Experten.

Menschen mit Neurodermitis sollten  besser Kleidungsstücke aus glatten und fein gewebten Materialien wie Baumwolle oder Viskose tragen. Dadurch wird die Haut weniger gereizt. (Bild: miamariam/fotolia.com)
Menschen mit Neurodermitis sollten besser Kleidungsstücke aus glatten und fein gewebten Materialien wie Baumwolle oder Viskose tragen. Dadurch wird die Haut weniger gereizt. (Bild: miamariam/fotolia.com)

Neurodermitis kann nicht geheilt werden
Neurodermitis kann nicht ursächlich geheilt werden. Stattdessen geht es bei der Therapie vor allem darum, die Symptome zu behandeln, um dadurch die Beschwerden zu lindern. Bei der Behandlung ist neben der Basispflege durch regelmäßiges Eincremen der Haut die Vermeidung von Risikofaktoren beziehungsweise Umwelteinflüssen, die im Lauf der Erkrankung als Auslöser für Krankheitsschübe erkannt wurden, von zentraler Bedeutung.

So ist etwa bekannt, dass bestimmte Nahrungsmittel die Neurodermitis-Beschwerden verstärken können und der Speiseplan daher individuell abgestimmt werden sollte.

Kleidungsstücke aus glatten und fein gewebten Materialien
Menschen, die an Neurodermitis leiden, sollten besser Kleidungsstücke aus glatten und fein gewebten Materialien wie Baumwolle oder Viskose tragen. Denn die Oberflächenstruktur dieser Fasern reizt die Haut weniger, erläuterte die Dermatologin Annice Heratizadeh von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa.

Geeignete Materialien sind auch Seide und Leinen. Kunstfasern wie Nylon und Polyester sowie grobe Wolle hingegen irritieren die Haut zusätzlich und sorgen für Juckreiz. Es wird dazu geraten, die Etiketten zu entfernen, um selbst kleinste Reizungen zu vermeiden. Da auch raue Nähte Juckreiz auslösen können, ist es mitunter sinnvoll, die Kleidungsstücke auf links zu tragen. Luftige Kleidung ist besonders angenehm. Dadurch entsteht kein Wärmestau, der die Neurodermitis zusätzlich ankurbelt.

Therapien zu verschenken
Auch Naturheilmittel können bei Neurodermitis helfen, beispielsweise die Radonwärmetherapie. Patienten, die eine Behandlung beim Heilpraktiker ausprobieren wollen, können diese unter Umständen auch kostenlos erhalten, denn ein Unternehmer will 200 natürliche Neurodermitis-Therapien verschenken.

In diesem Projekt will der erfolgreiche Geschäftsmann Paul Scheuschner – selbst Betroffener – bis zu 200 Menschen, die an Neurodermitis erkrankt sind, mit 500 Euro die Behandlung bei einem Heilpraktiker finanzieren. Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Website des Projekts. (ad)

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