Neurologen warnen vor Stammzelltherapien

Heilpraxisnet

Neurologen sehen teure Stammzelltherapien kritisch

19.09.2013

Schwer kranke Menschen mit Multipler Sklerose, Parkinson oder Demenz können sich in Privatkliniken einer teuren Stammzellentherapie unterziehen. Neurologen sehen wenig Nutzen in solchen Angeboten und bemängeln die Sicherheit.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) warnt vor diesen teuren und ungeprüften Stammzellenthalpien bei neurologischen Erkrankungen. "Stammzellen haben zwar bei der Entwicklung neuer Therapien großes Potenzial, von einer Anwendung am Menschen ist aber noch dringend abzuraten", sagte Professor Alexander Storch beim DGN-Kongress. Es gibt viele teure Behandlungen in Privatkliniken und -praxen, die mehr versprechen als sie halten. „Es gibt noch keine Stammzellen-Therapie gegen neurologische Erkrankungen."

Es gibt viele Studien, in denen Stammzellen getestet wurden. Klinisch-wissenschaftlichen Daten , die eine Anwendung rechtfertigten, liegen aber nicht vor, sagte Storch. Bedeutende Nachweise über die Wirksamkeit und Sicherheit fehlen noch. Im In- und Ausland werden dennoch verschiedene Stammzelltherapien in Privatkliniken- und –praxen unter anderem gegen Multiple Sklerose, Parkinson oder Demenz.

Stammzellen haben enormes Potenzial
Zwischen 6000 bis 30 000 Euro müssen Patienten für die Behandlung mit eigenen Knochenmarkszellen bezahlen. Nachuntersuchungen zeigen aber, dass ihnen damit nicht geholfen wird. "Die Hoffnung liegt in der klinischen Forschung, nicht in teuren Privatbehandlungen." Unerprobte Behandlungen außerhalb klinischer Studien widersprächen auch international vereinbarten Standards, so der Dresdner Neurologe. Generell werden Stammzellen eine enormes Potential von den Experten zugesprochen. Der Einsatz von Zellen bei Demenz, Parkinson und Querschnittlähmung, Gentherapien bei kindlichen Stoffwechselerkrankungen oder auch die Entwicklung patientenspezifischer Medikamente, können in Zukunft zu Genesung beitragen. "Aber wir brauchen einfach noch Zeit", sagte Storch. Die Forschungen stehen erst am Anfang und von Heilung seien sie noch weit entfernt. "Wir wären schon froh, wenn wir einen Stopp oder eine Verlangsamung erreichen." (fr)

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