Nicht mehr chronische Erkrankungen durch Kaffee

Astrid Goldmayer

Wer täglich Kaffee trinkt, vermindert sogar sein Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken

24.02.2012

Kaffeeliebhaber können aufatmen: Das häufig als ungesund eingestufte Heißgetränk ist einer Studie zufolge besser als sein Ruf: Kaffee steigert weder das Risiko für Herz-Kreislauf- noch für Krebserkrankungen. Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Studie: Wer täglich Kaffee trinkt, reduziert sogar das Risiko für Typ-2-Diabetes.

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Kaffee ist gesünder als sein Ruf
Einer Studie vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DifE) zufolge, spielt es keine Rolle, ob koffeinhaltiger oder –koffeinfreier Kaffee konsumiert wird. In beiden Fällen konnten die Wissenschaftler um Heiner Boeing und Anna Flögel nachweisen, dass durch den Genuss des von Kaffee kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen besteht.

Erhöhter Kaffeekonsum kein Risiko für chronische Krankheiten
Für die Langzeitstudie wurden die Daten von Ernährungsweisen und Lebensstil sowie medizinische Analysen von 42.000 Erwachsenen ausgewertet. Im durchschnittlich neunjährigen Beobachtungszeitraum wurde bei 1.801 Probanden Krebs diagnostiziert, 394 Studienteilnehmer erlitten einen Herzinfarkt, 310 einen Schlaganfall und 1.432 Studienteilnehmer erkrankten erstmals an Diabetes Typ-II. Beim Vergleich der Daten von Personen, die mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag tranken, mit denen, die wenig Kaffee konsumierten, konnten die Forscher feststellen, dass erhöhter Kaffeekonsum keine Steigerung des Risikos für die typischen chronischen Erkrankungen der westlichen Industrieländer darstellt. Darüber hinaus ergab die Studie, dass Personen, die viel Kaffee tranken, ein reduziertes Risiko für Typ-2-Diabestes besaßen. „Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, berichtet Anna Flögel. Die Studie wurden im Wissenschaftsmagazin “American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht.

Heiner Boeing weist darauf hin, dass Menschen, die Kaffee gut vertragen, diesen auch trinken sollten. Jedoch sollte niemand aufgrund der Studienergebnisse mit dem Kaffee trinken unbedingt zu beginnen. Wichtiger sei, „darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, erklärt der Experte.

Kaffee reduziert das Schlaganfallrisiko bei Frauen um 25 Prozent
Bereits eine Tasse Kaffee am Tag kann auch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, signifikant reduzieren. Zu diesem Ergebnis gelangten Wissenschaftler vom „Karolinksa Institut“ in Stockholm im Rahmen einer Langzeitstudie. Seit 1997 untersuchten die schwedischen Wissenschaftler um Susanna Larsson den Kaffeekonsum von Frauen sowie das Auftreten von Hirninfarkten. An der Studie nahmen 35.000 Frauen im Alter von 49 bis 83 Jahren teil. Im Verlauf der Untersuchung wurden regelmäßige Befragungen zum Kaffeekonsum durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden dann mit der Häufigkeit des Auftretens von Schlaganfällen verglichen. Die Forscher stellten fest, dass das Schlaganfall-Risiko „um 25 Prozent verringert war, wenn die teilnehmenden Frauen mehr als eine Tasse Kaffee pro Tag tranken“. Andere Studien deuten daraufhin, dass der Kopffeingehalt ein wesentlicher Faktor ist. Während die Potsdamer Studie keinen Unterschied zwischen Koffein-frei und Koffein erkannte, deuten andere Forschungsarbeiten auf Positiveffekte der Substanz hin. "Patienten mit Herzleiden wie Herzrasen, Bluthochdruck oder anderen Kreislauferkrankungen sollten bezüglich des täglichen Kaffeekonsums Rücksprache mit ihrem Hausarzt halten." (ag)