Nicht selten schwere Nebenwirkungen bei Antibiotika-Nutzung

Alfred Domke
Schwere Nebenwirkungen durch häufig verschriebene Antibiotika
Gesundheitsexperten zufolge werden Antibiotika auch gegen Krankheiten eingesetzt, gegen die sie vollkommen unwirksam sind. Doch auch bei Erkrankungen, die durch solche Medikamente behandelt werden können, ist Vorsicht angebracht. Denn manche dieser Mittel führen zu gefährlichen Nebenwirkungen.

Antibiotika werden viel zu oft verordnet
Obwohl die Zahl der Antibiotikaresistenzen immer weiter steigt und immer wieder dazu aufgerufen wird, solche Medikamente nicht massenhaft einzusetzen, verordnen Mediziner in Deutschland Antibiotika oftmals nur auf Verdacht. Einige der häufig verschriebenen Antibiotika können zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Im Rahmen eines EU-weiten Verfahrens sollen nun die Risiken einiger Antibiotika neu bewertet werden, berichtet die Stiftung Warentest auf ihrer Webseite. Es geht dabei um Medikamente aus der Gruppe der Chinolone, die effektiv gegen bestimmte Bakterien helfen.

Antibiotika werden oft bei Krankheiten eingenommen, gegen die sie gar nicht wirken. Der häufige Gebrauch der Medikamente fördert Resistenzen. Und manche der Mittel führen zu gefährlichen Nebenwirkungen. (Bild: denisismagilov/fotolia.com)

Körperliche und psychische Nebenwirkungen
Laut Stiftung Warentest sind Chinolone derzeit die am vierthäufigsten verordneten Antibiotika.

Diese Medikamente können jedoch ernste Nebenwirkungen verursachen, beispielsweise Sehnenrisse, Haut- und Nervenschäden, psychische Probleme wie Panikattacken, Angstzustände, Verwirrung und Depression.

Manche dieser Beschwerden bleiben bestehen, selbst wenn die Arznei abgesetzt wird.

Von Experten wird schon länger auf dieses Problem aufmerksam gemacht. So wurden 2016 in den USA strenge Warnhinweise für die Mittel veröffentlicht. Nun wird sich auch die europäische Arzneimittelbehörde damit beschäftigen.

Bei einfachen Infekten reichen meist Hausmittel
Die Experten von Warentest bewerten die Mittel seit langem nur für spezielle ernste Lungen- und Blasenentzündungen als geeignet – wenn der Nutzen die Nachteile überwiegt.

Bei harmloseren Infekten wie zum Beispiel Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung können oft auch einfache Hausmittel helfen.

Wichtig ist unter anderem eine hohe Flüssigkeitszufuhr. Wirksam sind meist auch Nasenspülungen oder Inhalieren.

Wenn doch Antibiotika eingesetzt werden müssen, sind andere Mittel Chinolonen vorzuziehen, schreibt die Stiftung Warentest. Wer dennoch Chinolone einnimmt und Nebenwirkungen feststellt, sollte mit einem Arzt darüber sprechen. (ad)

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