Nicht übertragbare Krankheiten auf dem Vormarsch

Fabian Peters

WHO: Nicht übertragbare Krankheiten weltweit häufigste Todesursache

15.09.2011

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einem aktuellen Bericht verstärkte internationale Anstrengungen gegen die Ausbreitung nicht übertragbarer Krankheiten wie Krebs; Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefordert. Den Aussagen der WHO zufolge sterben heutzutage fast zwei Drittel der Menschen weltweit an nicht übertragbare Krankheiten – Tendenz steigend.

Mehr zum Thema:

Die nicht übertragbaren Erkrankungen sind heute bereits weltweit die Todesursache Nummer eins, so die Aussage der WHO. Demnach starben im Jahr 2008 insgesamt mehr als 36 Millionen Menschen an einer dieser Krankheiten, wobei 48 Prozent der Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, 21 Prozent auf Krebserkrankungen, 12 Prozent auf chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Raucherhusten) und drei Prozent auf Diabetes zurückgingen, berichtet die WHO. Keineswegs seien nur ältere Menschen betroffen, sondern auch bei Personen im Alter unter 60. Jahren waren rund neun Millionen entsprechende Todesfälle zu verzeichnen, erklären die Experten der Weltgesundheitsorganisation in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Dem WHO-Bericht zufolge sind jedoch nicht nur die aktuellen Zahlen Grund zur Sorge, sondern auch die zukünftige Entwicklung könnte erhebliche Probleme mit sich bringen. Denn nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation werden die Todesfälle aufgrund nicht übertragbarer Krankheiten zwischen 2010 und 2020 um rund 15 Prozent zunehmen. Dabei seien in erster Linie die Einwohner in ärmeren Ländern durch die oftmals vermeidbaren Erkrankungen bedroht. Rund 90 Prozent der Todesfälle durch nicht übertragbare Erkrankungen sind laut Aussage der WHO in ärmeren Staaten zu verzeichnen. Aber auch in reichen Ländern wie beispielsweise der Schweiz sterben 26,9 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen vor dem 70. Lebensjahr an einer nicht übertragbaren Krankheit, berichtet die Weltgesundheitsorganisation.

Vermeidbare Risikofaktoren nicht übertragbarer Krankheiten
Als wesentliche Risikofaktoren nicht übertragbarer Erkrankungen, die in Zukunft mit Hilfe staatlicher Maßnahmen bekämpft werden sollten, nennt die WHO Bluthochdruck / Hypertonie (13 Prozent der Todesfälle), Tabakrauchen (neun Prozent), einen erhöhten Blutzuckerspiegel (sechs Prozent), Bewegungsmangel (sechs Prozent), Übergewicht / Fettleibigkeit (fünf Prozent) und Alkoholismus (3,8 Prozent). Mit entsprechenden Aktionsprogramme, gesetzlichen und steuerlichen Regelungen müsse gegen diese Hauptrisikofaktoren der nicht übertragbaren Krankheiten angegangen werden, um eine dramatische Zunahme der Todesfälle zu vermeiden, so die Empfehlung des WHO-Berichts für das Treffen der Minister im Rahmen der UNO-Generalversammlung nächste Woche in New York. Zwar hätten erste Maßnahmen zur Senkung des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels in den Industrieländern bereits spürbare Erfolge gezeigt, doch bei Übergewicht und Diabetes muss laut Aussage der WHO-Experten noch einiges geschehen.

Bei Betrachtung der Risikofaktoren für nicht übertragbare Erkrankungen wird deutlich, dass ein Großteil durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, viel körperlicher Bewegung sowie wenig Alkohol und Tabak vermieden werden kann. Doch obwohl entsprechende Gesundheitsinitiativen seit Jahren darum bemüht sind, die Bevölkerung von einer gesünderen Lebensweise zu überzeugen, bleiben die Erfolge bisher eher bescheiden. (fp)