Niedriger Sozialstatus macht schneller wütend

Heilpraxisnet

Arme Menschen sind schneller wütend

13.12.2013

Würden wir Menschen keine Emotionen wie Angst, Scham oder Wut empfinden, hätten es unsere Gegenüber sicherlich schwerer aus uns schlau zu werden. Ohne Emotionen wären wir sehr wahrscheinlich auch nicht lebensfähig. Doch nicht alle Menschen reagieren gleich in Situation, die emotionale Empfindungen auslösen. Nicht jeder der Wut verspürt, zeigt diese auch.

Manche Menschen können ihre Empfindungen besser kontrollieren als andere. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Land der Welt man lebt. Bei der Wut zum Beispiel scheint der soziale Status eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, sie zum Ausdruck zu bringen.

Menschen, die bei ihrer Arbeit eher ein niedrigeres Amt bekleiden, drücken Wut anscheinend häufiger und auch intensiver aus als jene Menschen, die weiter oben auf der Karriereleiter stehen. Eine Erklärung dafür ist, dass Menschen mit einem geringeren sozialen Status, weitaus seltener ihre Ziele und Pläne verfolgen und letztendlich auch erreichen können. Sie werden von oben öfter reglementiert, blockiert und auch kritisiert. Zählt man dann auch noch zu den Menschen, die über keine so stark ausgeprägte Frustrationstoleranz verfügen, treten Wutausbrüche durchaus häufiger auf. Dieses Verhalten konnte bei US-Amerikanern in vergangenen Studien beobachtet werden.

Wutausbrüche sind kulturell unterschiedlich
Doch dieses Verhalten ist wohl auch kulturell bedingt. Die Forscher um Jiyoung Park und Shinobu Kitayama von der University of Michigan in Ann Arbor fanden heraus, dass Japaner in höheren sozialen Positionen eher dazu neigen, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Für die Untersuchungen hatten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 1000 Versuchspersonen aus den beiden Ländern miteinander verglichen. Dabei mussten die Probanden selbst ihren eigenen Status einschätzen und angeben wie häufig sie verbal oder physisch aggressiv wurden. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachjournal „Emotion“ veröffentlicht.

Fazit: So spielt unter Berücksichtigung kultureller Gegebenheiten, neben dem Grad der Frustration, auch die soziale Position innerhalb einer Gesellschaft eine Rolle, wann Menschen ihre Wut nach außen hin zeigen. Kulturell wird das Zeigen von Wut in Japan anders bewertet als in den USA. In Japan ist es eher ein Privileg seine Emotion zeigen zu dürfen. Dort halten die Menschen ihre eigenen Empfindungen gegenüber anderen in der Regel zurück. Einzig und allein die Personen, die einen wichtigen sozialen Status haben, dürfen ihre Wut zu Schau stellen. Der von der Gesellschaft definierte Status ist dabei, anders als in den USA, entscheidet. (fr)

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Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de