Nitrit in Fleischwaren: Wurst-Konsum kann Asthma verschlimmern

Alexander Stindt
Würstchen und Schinken wirken sich negativ auf Asthma aus
Forscher haben mit Hilfe einer Studie herausgefunden, dass der Verzehr von Nitrathaltigen Würstchen und Schinken die Beschwerden von Asthma deutlich verstärken. Asthmatiker sollten demnach auf den Verzehr verzichten, so die Empfehlung der Wissenschaftler.

Die Wissenschaftler vom Paul Brousse Hospital stellten bei einer Untersuchung fest, dass der Konsum von Wurst, Salami und Schinken zu einer Verschlechterung der Symptome für Asthma führt. Die Mediziner veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „BMJ Thorax“.

Der Konsum von verarbeiteten Fleisch scheint die Symptome von Asthma zu verstärken. Aus diesem Grund sollten Betroffene den Konsum von Schinken, Salami und Würstchen reduzieren. (Foto: Kalle Kolodziej/fotolia.com)

Vier Portionen verarbeitetes Fleisch pro Woche beeinflussen die Symptome von Asthma
Wenn Sie in der Woche mehr als vier Portionen verarbeitetes Fleisch verzehren, steigt dadurch ihr Asthma-Risiko, erklären die Experten. Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler fast 1.000 Probanden aus Frankreich.

Der Konservierungsstoff Nitrit scheint das erhöhte Asthma-Risiko auszulösen
Die Forscher vermuten, dass ein Konservierungsstoff in dem verarbeiteten Fleisch zu dem erhöhten Risiko für Asthma führt. Dieser Stoff mit der Bezeichnung Nitrit ist beispielsweise in Wurst, Salami und Schinken enthalten. Die Verbindung ist allerdings noch nicht vollständig überprüft worden und weitere Untersuchungen sind nötig, sagen die Experten. Verarbeitetes Fleisch wurde zuvor bereits mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht.

Nehmen Sie am Tag nicht mehr als 70 Gramm rotes verarbeitetes Fleisch zu sich
Anstatt sich Sorgen über die Art der Nahrung zu machen, sollten die Menschen einfach eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu sich nehmen, erläutern die Wissenschaftler. Die Mediziner raten dazu, dass Menschen nicht mehr als 70 Gramm rotes und verarbeitetes Fleisch am Tag zu sich nehmen sollten.

Mediziner beobachteten die Teilnehmer über einen Zeitraum von zehn Jahren
Die französische Studie über Nahrung und Gesundheit erstreckte sich über den Zeitraum vom Jahr 2003 bis zum Jahr 2013. Etwa die Hälfte der Teilnehmer der Untersuchung litt unter Asthma. Die restlichen Kontrollpersonen hatten keine Vorgeschichte mit einer Asthmaerkrankung. Die Experten untersuchten die typischen Asthma-Symptome, wie beispielsweise Atemnot und Keuchen im Zusammenhang mit der Einnahme von gepökelten Fleisch.

Größte negative Effekte bei Konsumenten von vier Portionen Fleisch pro Woche
Wenn Menschen eh schon unter Asthma litten, führt die Erhöhung des Fleischkonsums zu einer Verschlechterung der Symptome der Lunge, sagen die Experten. Die größte Verschlechterung konnte bei Menschen beobachtet werden, welche mehr als vier Portionen verarbeitetes Fleisch pro Woche zu sich nehmen. Dies entspricht etwa acht Scheiben Schinken oder vier Würsten.

Viele Faktoren im Leben eines Menschen beeinflussen das Risiko für Asthma
Die Experten betonen in ihrer Studie, dass die Untersuchung nicht beweisen könne, ob die Ursache für die Verschlechterung definitiv auf die Ernährung zurückzuführen ist. Es gebe auch viele andere Faktoren im Leben eines Menschen, welche zu einer Verschlechterung der Symptome von Asthma führen können. Die Forscher versuchten die offensichtlichsten Faktoren wie beispielsweise Fettleibigkeit zu berücksichtigen, aber die Verbindung zwischen verarbeitetem Fleisch und der Verschlechterung von Asthma blieb trotzdem bestehen.

Richtige Ernährung zur Linderung der Asthma-Symptome
Obwohl bestimmte Lebensmittel der Auslöser für Allergien bei einigen Menschen sein können, gibt es keine spezielle Ernährungsberatung zur Verwaltung von Asthma-Symptomen, erläutern die Mediziner. Für die meisten Menschen mit Asthma seien die Ratschläge für eine gesunde Ernährung ähnlich wie bei allen anderen Menschen. Betroffene müssen unbedingt eine ausgewogene Ernährung beachten und diese sollte viel frische und unverarbeitete Lebensmittel sowie wenig Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren enthalten, betonen die Forscher. (as)