Nobelpreis der Medizin für Entschlüsselung des Autophagie-Mechanismus

Fabian Peters
Japaner erhält Nobelpreis für die Erforschung der Autophagie
Zum Auftakt der diesjährigen Nobelpreisverleihungen wurde der Gewinner des Medizinnobelpreises verkündet. Der Japaner Yoshinori Ohsumi erhielt für die Entschlüsselung des Mechanismus der sogenannten Autophagie, „eines grundlegenden Prozesses zum Abbau und Recycling von Zellkomponenten“, die international viel beachtete Auszeichnung, so die Mitteilung des Karolinska-Instituts in Stockholm.

Unter 273 nominierten Wissenschaftlern fiel die Wahl auf den Japaner, „der mit seinen Entdeckungen zu einem neuen Paradigma beim Verständnis davon geführt hat, wie die Zelle ihre Inhalte wiederverwendet“, berichtet das Karolinska-Institut. Ohsumis Entdeckungen eröffneten den Weg zum Verständnis der grundlegenden Bedeutung der Autophagie bei vielen physiologischen Prozessen, wie beispielsweise bei der Anpassung an Hunger oder der Reaktion auf eine Infektion, so die Begründung für die Preisverleihung.

Der Medizinnobelpreis geht dieses Jahr an den Japaner Yoshinori Ohsumi für die Erforschung der Autopphagie. (Bild: Anton Gvozdikov/fotolia.com)
Der Medizinnobelpreis geht dieses Jahr an den Japaner Yoshinori Ohsumi für die Erforschung der Autopphagie. (Bild: Anton Gvozdikov/fotolia.com)

Autophagie mit vielen wichtigen Funktionen
Dank der Grundlagenforschung des japanischen Wissenschaftlers und hierauf aufbauender Arbeiten anderer Forscher, „wissen wir jetzt, dass die Autophagie wichtige physiologische Funktionen übernimmt, wenn Zellkomponenten abgebaut und recycelt werden müssen“, berichtet das Karolinska Institut. Die Autophagie spiele eine maßgebliche Rolle bei der zellulären Reaktion auf Hunger und andere Arten von Stress. Nach einer Infektion helfe die Autophagie, intrazellulär eindringende Bakterien und Viren zu eliminieren. Auch trage die Autophagie zur Entwicklung des Embryos und der Zelldifferenzierung bei. Darüber hinaus übernimmt sie eine wichtige Funktion bei der Qualitätskontrolle im Organismus, indem beschädigte Proteine und Organellen beseitigt werden, berichtet das Karolinska-Institut.

Gestörte Autohphagie bei verschiedenen Krankheiten beteiligt
Eine gestörte Autophagie steht laut Angaben des Karolinska-Institutes in Zusammenhang mit Erkrankungen wie Parkinson oder Typ-2-Diabetes und wird auch mit Krebs in Verbindung gebracht. „Autophagie ist seit mehr als 50 Jahren bekannt, aber ihre grundlegende Bedeutung in der Physiologie und Medizin wurde erst nach dem Paradigma-Wechsel durch Yoshinori Ohsumi in den 1990er Jahren bekannt“, so die Mitteilung des Karolinska-Institutes. Weiter Nobelpreise in anderen Kategorien werden im Laufe der kommenden Woche verkündet. (fp)

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