Normal oder etwas abschreckend? Mutter stillte auch die Kinder von vielen anderen Frauen

Nina Reese
Krankenschwester plädiert für gegenseitige Unterstützung unter Frauen
Wenn Mütter ihre Babys stillen, gilt das normalerweise als ganz natürlich und selbstverständlich. Doch was ist, wenn das Kind an der Brust gar nicht das eigene ist? Was für viele Menschen eher befremdlich klingt, ist für Lee Moffitt aus Orlando normaler Alltag. Denn die Krankenschwester hat neben ihren eigenen zwei Töchtern noch zehn andere Kinder von anderen Eltern gestillt.

Gemeinsames Stillen mit der Schwester
Lee Moffitt aus Orlando (Florida) macht derzeit mit einer eher ungewöhnlichen Dienstleistung Schlagzeilen: Dem Stillen fremder Babys. Wie die britische Tageszeitung „Daily Mail“ berichtet, hat die 26-jährige Krankenschwester bislang zwölf Kinder mit ihrer Muttermilch versorgt – obwohl nur zwei davon ihre eigenen sind. Den Anfang habe der jungen Frau zufolge die Absprache mit ihrer Schwester Amy Sylvia gemacht, wonach sich die beiden beim Stillen ihrer Babys aus praktischen Gründen gegenseitig unterstützen wollten.

Eine junge Frau aus Orlando bietet anderen Müttern an, deren Kinder zu stillen – und erntet dafür zum Teil böse Kritik. (Bild: juan_aunion/fotolia.com)

Als Kind bis zum fünften Geburtstag an der Brust getrunken
Anschließend bot Moffitt auch anderen befreundeten Müttern an, deren Kinder zu stillen. Viele nahmen das Angebot gerne an und so hat die Frau bis heute neben ihrer Nichte und den beiden Töchtern noch zehn weitere Kinder mit ihrer Muttermilch gefüttert. Durch die „Arbeit“ als Säugamme habe sie anderen Frauen helfen wollen, ihre Kinder auf natürlichste Art zu versorgen, wenn diese z.B. selbst Probleme mit dem Stillen hatten.

Auch größere Kinder an der Brust trinken zu lassen, stellt für Lee grundsätzlich kein Problem dar. Ihre heute achtjährige Tochter Rose habe selbst entscheiden können, bis wann sie gestillt werden möchte. „Rose begann im Alter von vier Jahren, sich von der Brust zu entwöhnen, aber es war ein langsamer Prozess, bis sie ganz aufhörte“, so Moffitt gegenüber der Zeitung. Letztendlich habe die Tochter an der Brust getrunken, bis sie sechs Jahre alt war und auch Moffitt selbst sei von ihrer Mutter bis zu ihrem fünften Geburtstag gestillt worden.

Säugamme erhält Hasskommentare auf Facebook
Nachdem Lees Geschichte bekannt wurde, habe sie auf Facebook viele böse Kommentare erhalten, in denen sie von Fremden als „grob, seltsam, ekelhaft und krank“ bezeichnet wurde. „Das Problem ist, dass einige Leute das Stillen als sexuell betrachten“, so die 26-jährige. Insgesamt habe sie jedoch mehr positives als negatives Feedback bekommen.

Unterstützung erhält Lee zudem von ihrem Ehemann Joseph, der sich von der Idee, andere Kinder zu stillen, überzeugen ließ. „Eine Säugamme zu sein, schafft eine erstaunliche Bindung zu den Kindern und fördert den ursprünglichen Bund, den Du mit anderen Frauen hast, die Dir erlauben, die Mutterschaft zu teilen“, so die junge Frau. (nr)