Noroviren: Über 110 Menschen an Magen-Darm-Infekt erkrankt

Sebastian
Behörden in Birkenfeld rechnen mit weiteren Fällen
Im rheinland-pfälzischen Birkenfeld sind mehr als 100 Personen an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt. Wie die Kreisverwaltung berichtet, seien vor allem Teilnehmer eines Ausbildungslehrgangs des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie Mitarbeiter und Patienten der DRK Elisabeth-Stiftung in Birkenfeld betroffen. Derzeit gehen die Behörden von Noroviren als Ursache für die vielen Infektionen aus.

Typische Symptome nach Essen in der DRK-Mensa
In der Kleinstadt Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) sind Dutzende Menschen an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt. Betroffen seien laut der Kreisverwaltung vor allem Personen, die in der Elisabeth-Stiftung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Ausbildungslehrgang besucht hatten, aber auch zahlreiche Patienten und Mitarbeiter aus dem dazugehörigen Krankenhaus.

Über 110 Fälle von Norovirus aufgetreten. Bild: VadimGuzhva - fotolia
Über 110 Fälle von Norovirus aufgetreten. Bild: VadimGuzhva – fotolia

Die typischen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall waren demnach Mittwochabend vor allem bei denjenigen aufgetreten, die in der Mensa der DRK-Einrichtung gegessen hatten. Donnerstag Nachmittag war noch von 80 Erkrankten berichtet worden, mittlerweile sei die Zahl der Betroffenen jedoch auf 110 gestiegen.

33 der Erkrankten würden sich derzeit noch in stationärer Behandlung befinden, seien aber nach Angaben der Klinikleitung alle auf dem Weg der Besserung. „Niemand befindet sich in einem kritischen Gesundheitszustand“, so die Information der Kreisverwaltung Birkenfeld.

Noroviren in zwei von sechs Proben nachgewiesen
Nach der ersten Analyse von Stuhlproben würde von Noroviren als Ursache ausgegangen. Diese hätten vom Landesuntersuchungsamt (LUA) in zwei von sechs Proben nachgewiesen werden können. „Zusammen mit der geschilderten Symptomatik und der Dynamik des Geschehens spricht dieser Befund für Noroviren als wahrscheinliche Ursache des Krankheitsgeschehens“, wird das LUA in der Mitteilung zitiert. Weitere Untersuchungen würden demnach am heutigen Freitag folgen, aufgrund des bisherigen Verlaufs sei jedoch mit noch mehr Erkrankungen zu rechnen.

Katastrophenschutz hebt Absperrung wieder auf
Bereits am Donnerstagabend hob der Katastrophenschutz die Absperrung des Geländes wieder auf, nachdem die Verwaltung zuvor Katastrophenalarm ausgelöst und den gesamten Bereich abgeriegelt hatte. Die Elisabeth-Stiftung habe jedoch die betroffenen Patienten „räumlich isoliert und umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen ergriffen“, zudem würde der Lehrgangsbetrieb heute ausgesetzt, so der Bericht. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollten Erkrankte zu Hause unbedingt bestimmte Hygienemaßnahmen beachten, wie z.B. die sorgfältige Toiletten- und Händehygiene sowie das Waschen von Leib- und Bettwäsche bei mindestens 60 °C. (nr)