Norovirus: 15 Schüler im Krankenhaus eingeliefert

Fabian Peters

Norovirus in Jugendherberge:15 Schüler ins Krankenhaus eingeliefert

26.05.2011

Die Meldungen über Klinikeinweisungen aufgrund von Durchfallerkrankungen reißen nicht ab. Neben den zahlreichen Krankenhauseinlieferung im Zuge der aktuellen EHEC-Infektionswelle mussten nun 15 Gäste einer Jugendherberge in Oerlinghausen (Kreis Lippe) am Mittwochabend aufgrund von schwerem Brechdurchfall klinisch behandelt werden – der Grund: eine Norovirus-Infektion.

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Das Norovirus sorgt immer wieder für plötzliche massenhaft auftretende Krankheitsausbrüche und ist dabei gekennzeichnet durch akuten schweren Brechdurchfall. Vor allem die Personen in Gemeinschaftseinrichtungen wie zum Beispiel Schulen, Kindergärten oder Seniorenwohnheime sind relativ häufig betroffen, da sich das Virus bei vielen Menschen auf engem Raum besonders leicht überträgt. So traf es in der Jugendherberge Oerlinghausen 15 Schülerinnen und Schüler, die Mittwochabend ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Großeinsatz wegen Norovirus-Infektionen in Jugendherberge
Nachdem eine Fünftklässlerin in der Jugendherberge in Oerlinghausen kollabierte, wurde Großalarm für den Rettungsdienst ausgelöst und ein Krisenstab beim Kreis eingerichtet, erklärte eine Sprecherin des Landkreises Lippe am Donnerstag. Allerdings konnte sie zeitgleich ein wenig für Erleichterung sorgen, denn es handelt sich nachgewiesener Maßen um eine Norovirus-Infektion und EHEC kann daher als Ursache ausgeschlossen werden. Erste Symptome der Infektion seien bei den Fünftklässlern bereits Dienstagabend aufgetreten, erklärte die Sprecherin des Kreises. Am Mittwochabend hatte die Ausbreitung der Infektion dann den Einsatz von rund 220 Rettungskräften zur Folge. 15 Schüler mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, bei 31 weiteren und sechs Lehrern bestand ein begründeter Verdacht auf eine Norovirus-Infektion. Die Betroffenen wurden isoliert, um eine weitere Ausbreitung der Infektionen zu vermeiden.

Norovirus extrem ansteckend
Das Ausbreitungsrisiko des Norovirus ist besonders hoch, da dieser per sogenannter Tröpfcheninfektion bzw. Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Das Ansteckungsrisiko ist schon bei Kontakt mit sehr geringen Mengen des Erregers extrem hoch. Die wesentlichen Symptome einer Norovirus-Infektion sind Erbrechen und starke, wässrige Durchfälle (Gastroenteritiden). Durch den Brechdurchfall werden meist ein erheblicher Flüssigkeitsverlust (Dehydratation) und Schwankungen im Elektrolythaushalt bedingt, die insbesondere für ältere Patienten und Kinder gefährlich werden können. Daher sollte bei ersten Anzeichen einer Norovirus-Infektion dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, Infusionen unter Beigabe von Elektrolyten verabreichen und so den Flüssigkeitshaushalt wieder stabilisieren. (fp)

Bild: Hartmut910 / pixelio.de