Notaufnahmen auf Hitzepatienten vorbereitet

Fabian Peters

Erste Patienten mit Hitze-Symptomen eingeliefert

27.07.2012

Aufgrund der hohen Temperaturen mussten bereits die ersten Hitzepatienten in Hamburger Kliniken behandelt werden. Wie die Asklepios Kliniken am Donnerstag mitteilten, rechnen die Notaufnahmen derzeit „mit einen verstärkten Aufkommen von Patienten mit hitzebedingten Beschwerden.“

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Im Zuge der hochsommerlichen Temperaturen wurden bereits die ersten Hitzepatienten in den Hamburger Kliniken behandelt. Hält die Wetterlage an, ist nach Einschätzung der Experten damit zu rechnen, dass etwa jeder zehnte Patient der Notaufnahme wegen Hitze-Symptomen eingeliefert wird. Viele der Betroffenen leiden laut Mitteilung der Asklepios Kliniken an Flüssigkeitsmangel

Hitzewarnung in Hamburg
Bereits den zweiten Tag in Folge hatte der Deutsche Wetterdienst für Hamburg aufgrund der Temperaturen von über 32 Grad Celsius eine Hitzewarnung ausgegeben. „Bei einer solchen Wetterlage, wenn sie etwas länger anhält, wird erfahrungsgemäß etwa jeder zehnte Patient ein Hitzepatient sein“, berichten in diesem Zusammenhang die Experten der Asklepios Kliniken. „In den vergangenen Jahren kamen zeitweise sogar bis zu 25 Prozent der Notfall-Patienten hitzebedingt in die Notaufnahmen“, so die Mitteilung der Kliniken. Typische Beschwerden seien Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Schwindel sowie allgemeines Unwohlsein.

Gesundheitsrisiko durch Hitzeeinwirkung auf den Kopf und Flüssigkeitsmangel
Laut Professor Dr. Gunter N. Schmidt, Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie in der Asklepios Klinik Altona, sind der Flüssigkeitsmangel und die direkte Hitzeeinwirkung auf den Kopf „besonders gefährlich.“ Dabei sei der Flüssigkeitsmangel im Körper Folge von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und einem erhöhten Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. Dies könne neben den bereits genannten Symptomen auch eine Bewusstseinstrübung als ernstzunehmende Folge der Hitze mit sich bringen, erläuterte Prof. Schmidt. Daher sollten laut Aussage des Notfall- und Intensivmediziners vor allem alte und kranke Menschen bei hohen Temperaturen besonders vorsichtig sein. Halten Hitzewellen mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius über eine Woche lang an, akklimatisiert sich laut Aussage der Experten der Körper in der Regel ganz gut, so dass die schwerwiegendsten Probleme meist zu Beginn der Wärmeperioden zu verzeichnen sind.

Ältere Menschen besonders anfällig für Flüssigkeitsmangel
Ältere Menschen reagieren Prof. Dr. Schmidt zufolge empfindlicher auf den Flüssigkeitsverlust, da bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 50 Prozent ausmacht. Außerdem werde bei der Hitze mit dem Körperwasser immer auch Natriumsalz ausgeschieden, vor allem aus den Körperzellen einschließlich dem Nervengewebe. Letzteres trockne regelrecht aus, die Betroffenen werden müde und matt, die Reaktionsfähigkeit lässt nach und im Extremfall können regelrechte Verwirrtheitszuständen eintreten, erläuterte der Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie in der Asklepios Klinik Altona.

Tipps zum Umgang mit den hochsommerlichen Temperaturen
Um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die hochsommerlichen Temperaturen zu vermeiden empfehlen die Experten der Asklepios Kliniken zum Beispiel das Tragen luftiger Kleidung, den Aufenthalt in kühlen Räumen oder das Vermeiden ungewohnter körperlicher Anstrengung. Auch sollten sich empfindliche Personen nicht der prallen Sonne aussetzen, ruhig eine verlängerte Mittagspause einlegen und ihre Ernährung auf leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst umstellen. Generell ist auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten, wobei am besten Mineralwasser oder Fruchtsaftschorlen zum Einsatz kommen. Alkohol gilt es zu meiden. Bei Aufenthalten in der Sonne, raten die Experten der Asklepios Kliniken außerdem zum Tragen heller Kopfbedeckungen.

Bei Hitzschlag den Rettungsdienst alarmieren
Hat der Hitzschlag oder Kollaps bereits eingesetzt, sollte laut Mitteilung der Kliniken „sofort der Rettungsdienst der Feuerwehr unter der Telefonnummer 112“ verständigt werden. Betroffene Patienten sind an einen kühlen Ort unterzubringen, ihre Kleidung sollte gelockert werden und es empfiehlt sich das Kühlen mit feuchten Tüchern, erläutern die Experten. „Reichen Sie außerdem Getränke, nicht zu kühl und nicht zu viel auf einmal“, so die Empfehlung der Asklepios Kliniken. (fp)