Notebooks Ursache für Hautschäden?

Fabian Peters

Notebooks Ursache für Hautschäden?

(05.10.2010) Hautschäden durch Notebooks? Forscher von der Universität Basel haben nachgewiesen, dass der Laptop auf dem Schoß zum „Toasted Skin"-Syndrom an den Oberschenkeln (Geröstete Haut) führen kann. Denn die Geräte werden an ihrer Unterseite bis zu 50 Grad Celsius heiß. Bei Männern leidet zudem auch die Qualität der Spermien unter der Hitze.

Schwamm-ähnliche Veränderungen der Haut durch Hitze
Andreas W. Arnold und Peter H. Itin von der Dermatologischen Abteilung der Universität Basel haben sich dem Phänomen des „Toasted Skin“-Syndroms näher gewidmet und ihre Ergebnisse jetzt im Fachmagazins „Pediatrics“ veröffentlicht. So konnten sie feststellen, dass die Hitze der Notebooks bei zu langem Kontakt eine Gewebeveränderung verursacht, die ähnlich einer leichten Verbrennung mit Rötungen und Schwellungen einhergehen kann. Zum Beispiel hatte sich bei einem 12-jährigen Jungen nach täglichem mehrstündigen Computerspielen mit Laptop auf dem Schoß, an den Oberschenkeln eine schwammartige Hautstruktur gebildet. Eine Jurastudentin litt aufgrund des regelmäßigen Kontakts mit dem zu heißen Notebook unter einer permanenten Hautverfärbung an den Oberschenkeln. Das Notebook auf dem Schoß bzw. der regelmäßige Kontakt zur Unterseite des Geräts, kann nach Aussage der Experten jedoch nicht nur zu unerwünschten Hautveränderungen führen, sondern ist in sehr seltenen Fällen auch Ursache von Hautkrebs. So warnen die Hersteller nicht ohne Grund vor dem Arbeiten mit dem Laptop auf dem Schoß und dem Kontakt mit der heißen Unterseite ihrer Geräte. Auch die Mediziner empfehlen Notebooks nicht direkt auf dem Schoß zu verwenden, sondern stattdessen auf geeignete Unterlagen zurückzugreifen. Eine lange Hose reicht zum Schutz nicht aus.

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Mehrstündiger Kontakt über Monate führt zu Veränderungen der Haut
Insgesamt zehn Fälle des „Toasted Skin“-Syndrom (unter Fachleuten auch „Erythem ab igne“ genannt) beschreiben die beiden Wissenschaftler von der Universität Basel im Fachmagazin „Pediatrics“. In allen beschriebenen Fällen war täglich ein mehrstündiger Kontakt zur Unterseite des Gerätes über einen Zeitraum von mehreren Monaten vorausgegangen. Zwar bemerkten die Patienten oft, dass der Laptop auf ihrem Schoß erhebliche Hitze erzeugte, sie änderten ihre Position jedoch zu selten und rechneten nicht mit den Folgen für die Haut. „Er merkte zwar, dass der Laptop auf der linken Seite heiß wurde. Trotzdem veränderte er seine Position nicht“, kommentierten die Mediziner zum Beispiel die Entstehung der Krankheit bei dem 12-jährigen Jungen.

Heiße Notebooks schlecht für Spermien
Das „Toasted Skin“ – Syndrom ist für die Patienten meist keine besondere gesundheitliche Einschränkung, jedoch können dauerhafte Verfärbungen der Haut auftreten, die sich auch nach Jahren nicht zurückbilden. Insbesondere Männer sollten das Risiko durch den Laptop auf dem Schoß jedoch nicht unterschätzen. Denn für die männlichen Samenzellen ist Hitze tödlich und so leidet die Qualität der Spermien bisweilen erheblich unter der von den Notebooks abgestrahlten Wärme. (fp)

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Bild: Marko Greitschus / pixelio.de