NRW-Minister: Ärzte müssen Deutsch können

Alfred Domke

NRW: Minister fordert Deutschkenntnisse von Ärzten

12.01.2014

Der nordrhein-westfälische Sozialminister Guntram Schneider (SPD) fordert von Medizinern gute Deutschkenntnisse. Dies sei eine Grundvoraussetzung, um in Deutschland als Arzt arbeiten zu können.

Im Interesse der Patientensicherheit
Für den nordrhein-westfälischen Sozialminister Guntram Schneider (SPD) bleiben gute Deutschkenntnisse eine Voraussetzung, um hierzulande als Arzt arbeiten zu können. Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber sagte er: „Natürlich müssen Ärzte, die in deutschen Krankenhäusern oder in anderen Bereichen des Gesundheitswesens tätig werden wollen, Deutsch können – im Interesse der Patientensicherheit, aber auch der betroffenen Ärzte selbst.“ Bei ausländischen Ärzten seien Sprachtests eine wichtige Grundlage für die Berufsanerkennung in Nordrhein-Westfalen. „Da stehen Deutschkenntnisse ganz oben an. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, so Schneider.

Sprachtests für ausländische Ärzte
Bei diesen Tests müssen die ausländischen Ärzte unter anderem ein Patientengespräch führen und einen Arztbrief schreiben. Rund 39 Prozent der Bewerber im Regierungsbezirk Köln fielen bei den Sprachtests, die beliebig oft wiederholt werden können, durch. Schätzungen der Deutschen Stiftung Patientenschutz gehen davon aus, dass rund 20 Prozent aller ärztlichen Behandlungsfehler in Deutschland auf Sprachprobleme zurückzuführen seien. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) kündigte an, dass die Fach-Sprachtests für ausländische Ärzte in die Verantwortung der Ärztekammern übergehen werden.

Mehr Patienten sollten Englisch können
Sozialminister Schneider will mit seinen aktuellen Äußerungen dem Eindruck entgegen wirken, dass er von Patienten Englisch-Kenntnisse fordere, um mit ausländischen Ärzten sprechen zu können. Gegenüber einem Lokalradio hatte der Minister vor vier Wochen am Rande einer Veranstaltung zum Thema „Integration durch Ausbildung“ geäußert, dass manche hierzulande tätige Ärzte nur über schlechte Deutschkenntnisse verfügen. „Das Problem wäre schon gelöst, wenn mehr Patienten als bisher Englisch könnten“, so Schneider damals.

Kritik von der Stiftung Patientenschutz
Die Stiftung Patientenschutz hatte ihn dafür in den vergangenen Tagen kritisiert und meinte, Schneider schiebe den Patienten den Schwarzen Peter zu. „Diese brauchen aber keinen Englisch-Kurs, sondern qualifizierte medizinische Hilfe. Das erfordert vor allem gute Deutschkenntnisse der Ärzte“, so Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

Zahl der ausländischen Mediziner hat sich verdoppelt
In Deutschland herrscht ein Ärztemangel und daher sind Klinken und Städte für Fachkräfte aus dem Ausland dankbar. Seit 2005 habe sich die Zahl der ausländischen Mediziner in NRW laut der „Rheinischen Post“ verdoppelt. Dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium zufolge stammen allein in NRW etwa 6.000 der insgesamt 37.500 Krankenhausärzte aus dem Ausland. (ad)

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