Wissenschaftler: Nüsse senken unser Sterberisiko

Fabian Peters
Nussverzehr erhöht die Lebenserwartung
Der Verzehr von Nüssen hat einen positiven Effekt auf die Lebenserwartung, so das Ergebnis einer aktuellen Studie an der Universität Maastricht. Die niederländischen Forscher um Piet van den Brandt analysierten in ihrer Untersuchung den Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und der Gesamtmortalität sowie der erkrankungsspezifischen Sterblichkeit. Dabei stellten sie fest, dass sowohl die Gesamtsterblichkeit als auch die ursachenspezifische Mortalität bei Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, neurodegenerativen Erkrankungen und anderen Krankheiten durch regelmäßigen Verzehr von Nüssen zurückgeht.

In früheren Studien wurde der Verzehr von Nüssen bereits in Zusammenhang mit einer verringerten Sterblichkeit gebracht, doch lediglich in Bezug auf die kardiovaskulären Erkrankungen lagen hier umfassende Daten vor, berichten die niederländischen Forscher. Zudem seien die Dosis-Wirkungsbeziehungen unklar. Sie haben daher in ihrer aktuellen Studie den Zusammenhang zwischen der Mortalität und dem Verzehr von Nüssen, Edrnüssen und Erdnussbutter anhand der Daten aus der niederländischen Kohortenstudie mit insgesamt 120.852 Teilnehmenden im Alter von 55 bis 69 Jahren analysiert. Dabei stellten sie fest, dass die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes bei täglichem Verzehr von mindestens zehn Gramm Nüssen deutlich reduziert war. Erdnussbutter habe hingegen keinen Effekt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in dem Fachmagazin „International Journal of Epidemiology“ veröffentlicht.

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Erdnüsse und Nüsse senken die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes. (Bild: sommai/fotolia.com)

Gesamtmortalität und ursachenspezifische Mortalität untersucht
In der Kohortenstudie machten die Teilnehmenden 1986 Angaben zu ihrer Ernährung und dem Lebensstil. Zehn Jahre später wurde die Mortalität ermittelt. 8.823 Todesfälle waren in dem Beobachtungszeitrum zu verzeichnen. Für 3.202 Studienteilnehmer lagen vollständige Daten zu ihrem Nussverzehr und möglichen Störfaktoren vor. In Bezug auf den Nussverzehr wurde dabei die Portionsgröße und die Häufigkeit der Einnahme von Erdnüssen, anderen Nüssen und Erdnussbutter bewertet. Die Forscher von der Universität Maastricht analysiert anschließend die Beziehung mit der Gesamtsterblichkeit und der ursachenspezifische Mortalität seit 1986. Die Auswertung der Daten ergab, dass der Nussverzehr sowohl eine verringerte Gesamtmortalität, als auch eine verringerte ursachenspezifischen Mortalität bedingt, schreiben die niederländischen Forscher.

Mindestens zehn Gramm Nüsse täglich
„Männer und Frauen, die mindestens 10 Gramm Nüsse pro Tag essen, zeigen ein geringeres Sterberisiko bei mehreren Haupttodesursachen, als Menschen, die keine Nüsse verzehren“, so die Mitteilung der Universität Maastricht. Die Reduktion der Mortalität sei am stärksten bei den Atemwegserkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen und Diabetes ausgefallen. Dahinter folgten Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insgesamt sei die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes bei den Probanden mit Verzehr von mindestens zehn Gramm Nüssen am Tag in dem zehnjährigen Beobachtungszeitraum um 23 Prozent geringer ausgefallen, als bei Teilnehmern mit vollständigem Verzicht auf Nüsse. Die aktuellen Studienergebnisse bestätigen in Bezug auf die kardiovaskuläre Mortalität die Ergebnisse früherer Studien, konnten jedoch darüber hinaus zeigen, „dass die Mortalität durch Krebs, Diabetes, Atemwegserkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen“ ebenfalls gesenkt wird“, berichtet die Universität Maastricht.

Gesunde Inhaltsstoffe der Nüsse senken die Mortalität
Projektleiter und Epidemiologe Professor Piet van den Brandt erklärte, es sei bemerkenswert, „dass die wesentlich geringere Sterblichkeit bereits bei Verbrauchswerte von durchschnittlich 15 Gramm Nüssen oder Erdnüssen pro Tag (eine halbe Handvoll) zu beobachten war.“ Mit weiterer Erhöhung des Nussverzehrs sei keine zusätzliche Reduktion der Mortalität verbunden gewesen. Ein linearer Wirkungszusammenhang ist demnach nicht gegeben. Verantwortlich für die positiven Effekte auf die Mortalität sind nach Einschätzung der Forscher vermutlich die gesunden Inhaltsstoffe der Nüsse, „wie einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, verschiedene Vitamine, Ballaststoffe, Antioxidantien und anderen bioaktive Verbindungen.“ (fp)