Nur geringer Anteil reicher Patienten in Kliniken

Heilpraxisnet

Nur geringer Anteil reicher Patienten in Kliniken

24.08.2014

Auch wenn reiche ausländische Patienten in manchen Kliniken eine begehrte Klientel sind, ist deren Anteil mit rund 0,5 Prozent in deutschen Krankenhäusern nur sehr gering. Trotzdem bringt der Medizintourismus dem deutschen Gesundheitssystem über eine Milliarde Euro.

Klinken suchen nach Einnahmequellen
Bei Südwest-Kliniken sind gut betuchte ausländische Patienten eine begehrte Klientel, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Letztlich seien sie aber nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Nach Angaben der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) ist Unterfinanzierung bei allen rund 270 Kliniken im Land „ein generelles Problem“. BWKG-Sprecherin Annette Baumer sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe: „Kliniken suchen nach anderen Einnahmequellen.“

Werben um russische Touristen
Diese Aussage steht auch im Bezug auf eine umstrittene neue Repräsentanz der Freiburger Uniklinik in Baden-Baden, die in dem Kurort russische Touristen in deren Muttersprache mit dem Slogan „Der einzige Reichtum ist unsere Gesundheit“ umwirbt. Wie die Online-Ausgabe der „Schwäbischen Zeitung“ berichtet, stößt dies vor Ort auf Unverständnis und Widerstand. Demnach befürchten die CDU-Landtagsabgeordneten Tobias Wald und Karl-Wolfgang Jägel eine „Konkurrenzsituation von Kliniken in öffentlicher Trägerschaft“ auf Kosten normaler Patienten. Die Stadt Baden-Baden sowie der Landkreis Rastatt als Träger des örtlichen Klinikums Mittelbaden verlangen vom Land, „die Werbung der Universitätsklinik Freiburg in Baden-Baden zu unterbinden.“

Medizintourismus bringt über eine Milliarde Euro
Doch auch wenn der Anteil ausländischer Patienten sowohl landes- als auch bundesweit nur bei etwa 0,5 Prozent liege, ist er offenbar sehr lukrativ. So hatte die „Ärzte Zeitung“ im Januar berichtet, dass der Medizintourismus mittlerweile fast 1,1 Milliarden Euro in das deutsche Gesundheitssystem spüle. Berichten zufolge widmeten sich rund zehn Prozent der Klinken hierzulande explizit diesem Geschäftsbereich. Der größte Teil der ausländischen Patienten, die sich hier behandeln lassen, kommt aus Russland. (ad)

Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de