Öko-Metzgerei startet großen Rückrufaktion wegen Listerienfund

Alfred Domke
Rückruf: Listerien in Wurst der Öko-Metzgerei Landfrau
Die Öko-Metzgerei Landfrau hat einen Rückruf dreier Wurstsorten gestartet. In den Produkten könnten Listerien enthalten sein. Diese Keime können zu gesundheitlichen Problemen führen. Das Unternehmen bittet Verbraucher, betroffene Ware nicht zu verzehren.

Drei Wurstsorten könnten mit Keimen belastet sein
Die Öko-Metzgerei Landfrau ruft drei seiner Wurstsorten zurück. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite erklärt, wurde bei einer durch ein unabhängiges Labor durchgeführten Routinekontrolle bei dem Produkt „Bierschinken“ (geschnitten und verpackt) der Erreger „Listeria Monocytogenes“ gefunden. Weil am gleichen Tag auf der gleichen Anlage auch die „Lammsalami“ und die „Putenbrust geräuchert“ geschnitten und verpackt wurden, ist nicht auszuschließen, dass diese kontaminiert wurden.

Nach Listerienfunden ruft die Öko-Metzgerei Landfrau drei seiner Wurstsorten zurück. Die Keime können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. (Bild: Eisenhans/fotolia.com)
Nach Listerienfunden ruft die Öko-Metzgerei Landfrau drei seiner Wurstsorten zurück. Die Keime können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. (Bild: Eisenhans/fotolia.com)

Verkauf in Hofpfisterei-Filialen
Betroffen sind der „Bierschinken“ (Chargennummer 16444) und die „Putenbrustgeräuchert“ (Chargennummer 16445) mit Mindesthaltbarkeitsdaten von 15.11.2016 bis 5.12.2016 und die „Lammsalami“ (Chargennummer 16373) mit Mindesthaltbarkeitsdaten von 10.12.2016 bis 24.12.2016. „Bitte verzehren Sie diese Artikel nicht mehr“, schreibt das Unternehmen.

„Landfrau“ ist die hauseigene Metzgerei der Münchner Hofpfisterei. Die betroffenen Produkte wurden in Filialen dieser Bäckerei und bei ausgewählten Händlern in Bayern und Baden-Württemberg verkauft.

Ware kann auch ohne Kassenbon zurückgeben werden
Kunden können die betroffenen Produkte gegen Erstattung des Kaufpreises oder im Tausch gegen Neuware auch ohne Vorlage des Kassenbons an ihrer Einkaufsstätte zurückgeben.

Die Waren wurden nach den Funden aus dem Handel genommen. Außerdem wurden „die zuständigen Behörden umgehend informiert“, erklärte Nicole Stocker, Eigentümerin und Geschäftsführerin der beiden Firmen.

Berichte über erste Todesfälle
In den letzten Zeit gab es mehrfach Meldungen über Nachweise von krankmachenden Keimen in Lebensmitteln. Im Sommer wurde sogar über erste Todesfälle durch Listerien berichtet.

Listerien können beim Menschen eine sogenannte „Listeriose“ auslösen. Die Erkrankung kann grippeähnliche Symptome wie Erbrechen, Muskelschmerzen, Durchfall und Fieber verursachen.

Für Schwangere können die Erreger gefährlich werden
Normalerweise nimmt die Krankheit bei gesunden Erwachsenen einen harmlosen Verlauf, doch für Schwangere, Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit schwacher Immunabwehr kann sie unter Umständen gefährlich werden und beispielsweise zu einer Blutvergiftung, Gehirn- oder Gehirnhautentzündung führen. Bei Schwangeren steigt das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt.

Bestimmte Lebensmittel meiden
Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollten Risikopersonen unter anderem keine tierischen Lebensmittel im Rohzustand (wie etwa Mett) essen, um sich zu schützen. Auch auf geräucherte oder marinierte Fischerzeugnisse und Rohmilchkäse sollten sie demnach besser verzichten.

„Darüber hinaus können Verbraucher durch einfache Küchenhygiene-Regeln die Verunreinigung von verzehrfertigen Speisen mit Listerien sowie die Vermehrung des Erregers in den Speisen vermeiden“, so das BfR.(ad)