Ökotest-Ergebnisse: Bei Grillwürstchen besser auf „Bio“ setzen

Ökotest hat Bratwürstchen untersucht und ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Fleisch-Fans sollten daher lieber über leckere Alternativen für die nächste Grill-Party nachdenken. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)
Nina Reese
Experten entdecken Mineralölrückstände und Antibiotikum in der Wurst
Eine Grillparty ohne Bratwürstchen ist für viele Menschen nahezu undenkbar. Wie auch Steaks gehören sie selbstverständlich zum Grillen dazu und landen oft in großen Mengen auf dem Rost. Laut den Experten von „Öko-Test“ sollte hier jedoch viel öfter zu Alternativen gegriffen werden. Die Tester untersuchten 20 handelsübliche Brat- bzw. Grillwürste und kamen hinsichtlich der Qualität zu keinem guten Ergebnis. Zudem sollten Verbraucher die zumeist schrecklichen Bedingungen berücksichtigen, denen die Schweine vor ihrer Schlachtung ausgesetzt waren.

Bratwurst ist ein Muss für viele Grill-Fans
Sommer, Ferienzeit und die Fußball-Europameisterschaft: Für viele Menschen sind dies die perfekten Voraussetzungen, um so oft wie möglich den Grill anzuwerfen. Für die meisten Fleisch-Fans sind Bratwürstchen dabei eine Selbstverständlichkeit. Doch genau darüber sollten Verbraucher nach Ansicht von „Öko-Test“ besser noch einmal nachdenken. Denn die Qualität und die Herkunft vieler Produkte ist alles andere als erfreulich.

Ökotest hat Bratwürstchen untersucht und ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Fleisch-Fans sollten daher lieber über leckere Alternativen für die nächste Grill-Party nachdenken. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)
Ökotest hat Bratwürstchen untersucht und ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Fleisch-Fans sollten daher lieber über leckere Alternativen für die nächste Grill-Party nachdenken. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)

Ökotest testete für die aktuelle Juli-Ausgabe 20 Würste und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: In 14 Produkten fanden die Experten laut einer aktuellen Pressemitteilung Mineralölrückstände, die aus Kunstoffverpackungen oder dem Produktionsprozess stammen. Dabei handelte es sich um gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die sich im Körper anreichern können und in Tierversuchen zu Organschäden geführt haben, so die Information. Neben dem entdeckten die Experten in einer Wurst das Antibiotikum Florfenicol, wobei eine Charge sogar so hohe Mengen davon enthielt, dass sie gar nicht in den Handel gelange dürfen.

Überflüssige Zusatzstoffe in fast allen Produkten
Doch das ist noch nicht alles. Denn in den Produkten steckten darüber hinaus eine Reihe überflüssige Zusätze, so die Kritik von Ökotest. Demnach fanden sich in fast allen überprüften Bratwürsten Phosphate, die z.B. zur Erhaltung des natürlichen Wasserbindevermögens
eingesetzt werden. Zuviel davon könne laut Ökotest jedoch die Kompensationsmechanismen des Körpers überfordern und zu Nierenschädigungen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Nur Bio-Produkte schneiden gut ab
Insgesamt fielen den Testern zufolge alle konventionellen Produkte durch. Lediglich die vier Bio-Produkte „Alnatura Bratwürstchen“, „Basic Rostbratwürstchen“ von Bioland, „Königshofer Original Nürnberger Bio-Rostbratwürste“ und die „Packlhof Rostbratwürstl“ von Bioland konnten ein „gut“ erreichen. Ein Grund hierfür war die im Vergleich als „gut“ bewertete Tierhaltung. Dieser Punkt führte wiederum bei der „Eberswalder Rostbratwurst“, „Grillmeister Rostbratwurst“ und der „Ja! Delikatess Rostbratwurst“ zu einem „ungenügend“ – was sich allerdings auch in den Inhaltsstoffen der Produkte widerspiegelte.

Tiere müssen unter schrecklichen Bedingungen leben
„Besonders schockierend an dem Grillwurst-Test ist, wie wenig die konventionellen Hersteller auf das Tierwohl achten“, teilt Ökotest mit. Demnach seien das „Abschneiden der Schwänze wie das Eckzähneschleifen und die betäubungslose Kastration der Ferkel in den ersten Lebenstagen [.] genauso Standard im Schweinestall wie die Gentechnik im Futtertrog“, so der Bericht.

Daher rät Ökotest, nur hin und wieder mal eine Bratwurst zu essen – und dann in Bio-Qualität. Denn hier seien zum einen die Haltungsbedingungen besser, zudem könnte leichter zurückverfolgt werden, woher die Produkte stammen. Ein großes Manko hat aber auch die Bio-Haltung: Denn auch in diesem Fall würden die jungen Eber in der Regel in den ersten Lebenstagen ohne Betäubung kastriert, so die Information.

Vegetarische Alternativen für den Grill-Abend
Eine wirklich gute Alternative für den nächsten gemütlichen Fußball-Abend mit Freunden bietet daher Grillen mit Gemüse und Tofu. Hier eignen sich beispielsweise Maiskolben, gefüllte Champignons oder Zucchinischeiben, die in einer Edelstahlschale gegart werden. Wer sich nicht ganz vom Fleisch trennen mag, findet in fleischfreiem Grillgut auf Basis von pflanzlichem Eiweiß einen leckeren Ersatz. Mittlerweile bietet fast jeder Supermarkt fertig zubereitete und gewürzte Würstchen, Steaks oder Burger aus Soja, Weizen oder Lupinen an. (nr)

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