Ökotest: Glutamat & Keime in Kochschinken gefunden

Sebastian

Ökotest fand Keime und Glutamat in unterschiedlichen Kochschinken Sorten. Acht der abgepackten Schinken- Produkte bekamen die Noten fünf und sechs.

(30.04.2010) Die Zeitschrift "Ökotest" unternahm eine Testreihe, in der die Qualität sowie Inhaltsstoffe von abgepackten Kochschinken getestet wurde. Dazu kauften die Ökotester in unterschiedlichen Supermärkten abgepackten Kochschinken von unterschiedlichen Herstellern. Das Ergebnis: Kurz vor dem Ende des Haltbarkeitsdatums enthält Kochschinken in der Regel viele Keime. Allerdings handelt es sich dabei um sog. Milchsäurebakterien, die dem menschlichen Körper nicht weiter schaden. Dennoch würden diese Milchsäurebakterien entscheidend den Geschmack verändern, so Ökotest. Der Schinken schmecke dann sehr "sauer", so die Tester. Ökotest überprüfte zudem die Produkte auf Keime und chemische Zusätze. Es wurden vereinzelt auch Enterobakterien gefunden. Diese Bakterien können gleich wohl dem menschenlichen Organismus schaden.

Insgesamt wurden 14 abgepackte Kochschinken Sorten getestet. Kein Kochschinken erhielt die Auszeichnung "sehr gut". Nur die Sorte der Marke "Herta" sowie der Discounter Kochschinken von "Lidl" bekamen die Note 2. Alle anderen abgepackten Kochschinken bekamen schlechtere Noten. Die Bewertung "5" und "6" wurde insgesamt achtmal verliehen. Überraschend war das Ergebnis, weil Ökoprodukte sich kaum von den konventionell hergestellten Schinkensorten in den Testergebnissen unterscheiden. Bei anderen Testreihen schnitten zumeist Öko-Produkte besser ab.

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Untersucht wurden auch die Zusätze im Kochschinken. So verwenden viele Hersteller Aromen, Hefeextrakte und Würze. Dadurch solle der Geschmack für den Konsumenten "verbessert" werden. Positiv war, dass kein Herrsteller Mononatriumglutamat verwende. Es wurden jedoch Spuren von Glutamat gefunden, auf die zahlreiche Menschen mit allergieähnlichen Symptomen reagieren. Manche Menschen klagen im Zusammenhang des Verzehrs von Glutamat über Übelkeit und/oder Kopfschmerzen.

In der nächsten Ausgabe von Ökotest werden die genauen Test-Ergebnisse veröffentlicht. Schon jetzt haben einige Hersteller Besserung gelobt und wollen ihre Kochschinken-Produkte überarbeiten. Ein genereller Ratschlag kann jetzt schon gegeben werden: Kochschinken sollte schnell verzehrt und nicht zu lange aufbewahrt werden. Konsumenten sollten im Supermarkt auf das Haltbarkeitsdatum achten und nur die Sorten kaufen, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum noch weit entfernt ist. (sb)