Ökotester: Drogeriemarkt Rossmann verkauft immer noch mit Mineralöl-belastete Brotaufstriche

Alfred Domke
dm und Müller stoppen Verkauf von Mineralöl-belasteten Brotaufstrichen – Rossmann nicht
Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hat in einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass zahlreiche vegane Brotaufstriche mit gesundheitlich bedenklichen Mineralölen belastet sind. Die Drogerieketten dm und Müller haben beanstandete Produkte aus dem Verkauf genommen. Bei Rossmann sind sie jedoch weiterhin im Angebot.

Mineralölfunde in Lebensmitteln
Seit Jahren wird immer wieder über Funde von Mineralöl in Lebensmitteln berichtet. So machte etwa im vergangenen Sommer die Meldung über Mineralöl-Funde in Ferreros „Kinder-Riegel“ die Runde. Trotz der regelmäßigen Hinweise auf die Gesundheitsgefahren durch diese Substanzen verbessert sich die Situation offenbar nicht: Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hat für die aktuelle Ausgabe vegane Brotaufstriche untersucht und in den meisten Produkten gesundheitlich bedenkliche Mineralöle gefunden. Die betroffenen Artikel bleiben dennoch teilweise im Verkauf.

„Öko-Test“ hat in 17 von 22 untersuchten veganen Brotaufstrichen problematische Mineralöle gefunden. Die Drogerieketten dm und Müller haben betroffene Produkte daraufhin aus dem Verkauf genommen. Rossmann lehnt einen Verkaufstopp ab. (Bild: Rangzen/fotolia.com)

Belastete vegane Brotaufstriche
„Sie sind vielfältig, überall erhältlich und schmecken nicht nur auf der Stulle: Brotaufstriche können auch zum Verfeinern verschiedener Gerichte und Soßen dienen“, schreibt das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ auf seiner Webseite.

„Was die Kalorien angeht, können viele aber mit Leberwurst oder Gouda gut mithalten. Und frei von Schadstoffen sind sie leider auch nicht immer“, heißt es dort weiter.

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Auf Letzteres weist auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hin.

In 17 von 22 getesteten Produkten waren problematische Stoffe
„Ökotest“ hat in der aktuellen Ausgabe 22 vegane Brotaufstriche untersucht und in 17 von ihnen problematische Mineralöle gefunden.

Vier Produkte enthielten die besonders gefährlichen aromatischen Mineralöle (MOAH), die unter Verdacht stehen, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.

Laut Foodwatch haben die Drogerieketten dm und Müller nach den Funden den Verkauf zweier Bio-Brotaufstriche gestoppt. Betroffen sind demnach die „dm Bio Pastete Tomate“ und die „Bio Primo Gourmet Pastete Kräuter“ von Müller.

Die „Ener Bio Paprika-Chili Pastete“ der Drogeriekette Rossmann sowie die „Tartex Brotzeit Tomate“ von Hersteller Allos, die beide mit MOAH belastet waren, stehen aber weiterhin in den Regalen. Die Unternehmen lehnen einen Verkaufstopp ab.

Krebserregend und erbgutverändernd
Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stehen die in den Brotaufstrichen nachgewiesenen aromatischen Mineralöle (MOAH) unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.

Auch dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge sollte kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden.

Die Drogeriekette Rossmann hat den Verkauf ihres mit Mineralölen belasteten Brotaufstrichs trotzdem nicht gestoppt. Wie das Unternehmen gegenüber Foodwatch erklärte, teile man die Einschätzung über die gesundheitlichen Gefahren von mineralölbelasteten Lebensmitteln nicht.

Der Hersteller Allos hat sein Produkt ebenfalls nicht aus dem Verkauf genommen. Man habe den Lieferanten gewechselt, schrieb das Unternehmen an Foodwatch.

Schutz der Verbraucher darf nicht den Herstellern überlassen werden
Mineralöle können auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel gelangen, etwa über in der Produktion verwendete Maschinenöle oder über Abgase aus Industrie und Verkehr. Eine häufige Quelle sind zudem Altpapier-Verpackungen.

Bei den Brotaufstrichen könnten verwendete Fette die Ursache für die Belastung sein. So schreibt dm in einer Antwort an Foodwatch: „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Mineralölbestandteile über die zum Zeitpunkt der Produktion eingesetzte Charge Bio-Kokosfett in das Produkt gelangt ist.“

Foodwatch forderte die Unternehmen auf, die betroffenen Produkte sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Das allein reiche jedoch nicht aus:

„Der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher darf nicht den Herstellern und Händlern überlassen werden, Bundesregierung und EU müssen endlich sichere Grenzwerte für Mineralöle vorschreiben!“, fordert die Verbraucherschutzorganisation. (ad)