Operation führt bei Patienten mit Tennisarm zu keinen Verbesserungen

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen die Wirkung von Operationen bei Menschen mit Tennisarm
Die Krankheit mit der Bezeichnung Tennisarm (oder auch Tennisellenbogen) bezeichnet eine schmerzhafte Erkrankung des Sehnenansatzgewebes im Bereich des Ellenbogens. Forscher fanden jetzt heraus, dass chirurgische Methoden zur Behandlung dieser Erkrankung keinen zusätzlichen Nutzen für die Patienten bieten.

Die Wissenschaftler des Orthopaedic Research Institute in Sydney stellten bei einer Untersuchung fest, dass chirurgische Eingriffe bei einem sogenannten Tennisarm meist ohne die erwünschte Wirkung sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei dem American Orthopaedic Society for Sports Medicine’s (AOSSM) Specialty Day in San Diego.

Viele Menschen in Deutschland leiden unter einem sogenannten Tennisarm. Mediziner versuchten herauszufinden, ob eine Operation wirklich zu einer effektiveren Behandlung der Erkrankung führt, verglichen mit einer Placebo-Therapie. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Forscher operieren 26 Probanden und untersuchen die Auswirkungen
Die aktuelle randomisierte Studie untersuchte die Patientenreaktionen auf eine Operation, um sogenannte Tennisellenbogen zu behandeln, verglichen mit den Ergebnissen einer Placebo-Behandlung. Die Untersuchung analysierte dafür 13 Patienten, die operiert wurden, um einen degenerierten Teil ihres sogenannten Extensor capri radialis brevis (ECRB) zu entfernen, erläutern die Experten. Zum Vergleich wurde bei 13 Probanden zwar ein Einschnitt über dem seitlichen Ellenbogen gemacht, aber keine weitere Reparatur des ECRB durchgeführt.

Alle Teilnehmer litten schon mindestens sechs Monate unter einen Tennisarm
Die teilnehmenden Probanden litten seit mehr als sechs Monaten unter den Symptomen eines Tennisellenbogens. Zudem hatten die Teilnehmer mindestens zwei nicht-chirurgische Behandlungsansätze wie beispielsweise Physiotherapie, Massage, Akupunktur oder Schienung in diesem Zeitraum ausprobiert, erklären die Mediziner.

Placebo-Behandlung zeigt die gleichen Ergebnisse
Die während der Studie gewonnenen Daten zeigen, dass beide Gruppen eine signifikante Verbesserung der Schmerzmaßnahmen in einem Zeitraum von 26 Wochen nach der Operation erfuhren. Hiierzu gehörte beispielsweise auch die Häufigkeit der Schmerzen bei Aktivität, sagt Autor Martin Kroslak vom Orthopaedic Research Institute in Sydney. Darüber hinaus waren diese Ergebnisse konsistent oder verbesserten sich sogar noch innerhalb der nächsten ein bis vier Jahre der Nachfolgeuntersuchung. Es gab keinen signifikanten Unterschied an einem beliebigen Studienzeitpunkt zwischen den beide Gruppen von Probanden, fügt der Experte hinzu.

Probanden mussten Fragebögen über ihre gesundheitlichen Probleme ausfüllen
Die Teilnehmer der Studie waren dazu aufgefordert, Fragebögen auszufüllen, welche sich auf Symptome einschließlich Schmerzfrequenz und Schweregrad bei Aktivität und Ruhezustand bezogen. Die Schmerzfrequenz während des Schlafes und Schwierigkeiten beim Aufheben von Objekten oder Schmerzen während drehenden Bewegungen waren dabei besonders interessant, erläutern die Wissenschaftler.

Welche Behandlung erhielten die Teilnehmer nach ihrer Operation?
Beide Gruppen wurden innerhalb von zwei Wochen nach der Operation mit der gleichen Reha behandelt, einschließlich Eis-Anwendung, Stretching und eines Reha-Programms zu Stärkung, erläutern die Mediziner.

Effektive Behandlung eines Tennisarms ist eine große Herausforderung
Die Behandlung von sogenannten chronischen Tennisellenbogen ist eine große Herausforderung, erläutert Autor Kroslak. Unsere Forschung zeigt die Herausforderungen bei der Aufstellung eines Behandlungsplans für diese Patienten und die fortgesetzte Arbeit bei der Entwicklung von chirurgischen und nicht-operativen Ansätzen, fügt der Mediziner hinzu. (as)

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