Orangensaft kann das Hautkrebsrisiko erhöhen

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Fabian Peters
Höheres Hautkrebsrisiko durch Verzehr von Pampelmusen und Orangensaft
Orangen und andere Zitrusfrüchte enthalten Verbindungen, die die Haut lichtempfindlicher machen und auf diese Weise das Hautkrebsrisiko erhöhen, so die Mitteilung der Brown University in Rhode Island (USA). In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler der Universität herausgefunden, dass hellhäutige Menschen, die viel Pampelmusen oder Orangensaft konsumieren, ein deutlich höheres Risiko für Erkrankungen an dem besonders gefährlichem schwarzen Hautkrebs (maligne Melanome) aufweisen.

Zitrusfrüchte seien zwar gut geeignet als Bestandteil gesunder Ernährung, doch empfehlen die US-Forscher zusätzliche Sonnenschutzmittel und körperbedeckende Kleidung nach dem Konsum größerer Mengen. Denn bei hohen Konsummengen von Orangensaft und Pampelmusen habe sich in der aktuellen Studie ein signifikant erhöhtes Hautkrebsrisiko gezeigt, welches vermutlich auf die photosensibilisierende Wirkung der Inhaltsstoffe von Zitrusfrüchten zurückgehe, schreiben Dr. Abrar Qureshi von der Brown University und Kollegen in dem Fachmagazin „Journal of Clinical Oncology“. Durch Substanzen wie die enthaltenen Psoralene werde die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlen und bilde leichter einen Sonnenbrand, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Hautkrebs erhöhe.

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Orangensaft ist durchaus als Risikofaktor für Hautkrebs zu bewerten. (Bild: cut/fotolia.com)

Orangensaft und Pampelmusen als Hautkrebs-Risikofaktoren?
Die Wissenschaftler berichten von Fällen bei denen Kinder nach dem Verzehr von Eis mit Zitrusaroma Sonnenbrand-Streifen entlang des Kinns aufwiesen, genau an den Stellen, wo das schmelzende Eis hinuntergelaufen war. Zudem hätten sich bei in früheren Untersuchungen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Zitrusfrüchten und dem Risiko maligner Melanome ergeben. In ihrer aktuellen Studie untersuchten die Forscher daher anhand der Daten von mehr als 100.000 hellhäutigen Männern und Frauen, ob der Verzehr von Orangensaft und Pampelmusen einen Einfluss auf das Hautkrebsrisiko hat. Dabei stellten sie fest, dass Grapefruits in einem deutlichen Maß die Wahrscheinlichkeit eines malignen Melanoms erhöhen und Orangensaft ebenfalls in geringerem Umfang eine Risikosteigerung bewirkt.

Hoher Konsum von Zitrusfrüchten steigert das Hautkrebsrisiko deutlich
Insgesamt habe sich bei Personen, die 1,6 Mal oder häufiger am Tag Zitrusfrüchte konsumierten, im Vergleich mit den Probanden, die weniger als zwei Mal pro Woche Zitrusfrüchte verzehrten, ein 36 Prozent höheres Risiko maligner Melanome ergeben, erläutert Dr. Qureshi. Dies sei eine „interessante Feststellung, die von Bedeutung für die Öffentlichkeit und die klinische Praxis ist, da der Verbrauch von Zitrusprodukte weit verbreitet ist und Zitrus-Produkte dafür bekannt sind, photoaktive Verbindungen (z. B. Furocumarine oder Psoralene) zu enthalten“, so der Studienautor in der Pressemitteilung der Brown University. Allerdings würden die Ergebnisse keineswegs bedeuten, dass der Verzehr von Zitrusfrüchten generell schädlich ist.

Besondere Vorsicht in der Sonne nach dem Verzehr von Zitrusfrüchten
Tatsächlich sind Zitrusfrüchte mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt und anderen gesunden Inhaltsstoffe als Lebensmittel durchaus angeraten. Die Personen mit erhöhtem Konsum seien jedoch zu erhöhter Vorsicht beim Aufenthalt in der Sonne aufgefordert, berichten die US-Forscher. Hier könnten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, wie die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, angemessene Kleidung und ein Sonnenhut helfen. Die Menschen müssen wissen, dass mit dem Konsum bestimmter Obst- und Gemüsesorten photoaktive Verbindungen aufgenommen werden und daher im Anschluss Vorsicht mit der Sonnenstrahlung geboten ist, so Dr. Qureshi. Zwei bis drei Tage dauere es, bis der Körper die Stoffe wieder abgebaut hat und keine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber der Sonne mehr besteht. (fp)