Ostereier: Das sind die Irrtümer am Osterfest

Alfred Domke

Ostereier: Irrtümer und Wissenswertes

20.04.2014

Durchschnittlich 200 Eier isst ein Deutscher im Jahr. Vor allem an Ostern sind Eier in aller Munde. Grund genug, um sich ein bisschen mit hartnäckigen Irrtümern sowie Wissenswertem über (Oster-)Eier zu beschäftigen.

Eier sind an Ostern in aller Munde

Auch wenn Eier in Deutschland das ganze Jahr über eine beliebte Speise sind, so sind sie vor allem jetzt an Ostern in aller Munde. Es ist zwar bekannt, dass das Osterei in der christlichen Tradition bereits seit Jahrhunderten vorkommt, doch der genaue Ursprung ist nicht geklärt. Schon in vorchristlicher Zeit war das Ei ein Symbol der Fruchtbarkeit und bei den Christen steht es für die Auferstehung Jesu. Laut Angaben des Brauchtumsforschers Manfred Becker-Huberti war das Ur-Osterei rot und wurde im Mittelalter an die Ostergottesdienstbesucher verschenkt. Heutzutage sind sie bunt und oft verziert im Handel erhältlich. Allerdings werden rund zwei Drittel der Deutschen zu Ostern aktiv und verschönern die Eier selbst. Dabei gilt: Ostereier auf natürliche Weise färben ist nicht nur umweltschonender, sondern macht auch Spaß.

Der Hase als heimlicher Lieferant für Ostereier
Auch der Grund, warum die Ostereier vom Osterhasen gebracht werden, ist nicht eindeutig geklärt. Hasen werden ebenso wie Eier als Fruchtbarkeitssymbole benutzt. Der Osterhase wird erstmals 1682 vom Medizinprofessor Georg Franck von Frankenauin seiner medizinischen Abhandlung „Von Oster-Eyern“ erwähnt, in der er vor zu üppigem Eierverzehr warnt. Doch auch andere Tiere, wie Fuchs, Kuckuck, Storch oder auch die Kirchturmglocken, brachten, je nach Region, die Ostereier. Als heimlicher Lieferant für Ostereier hat sich der Hase erst in den vergangenen Jahrzehnten durchsetzen können. Vermutet wird, dass im Fall von Osterei und Osterhase zwei verschiedene Konzepte zusammenkamen, die ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten.

Eier sind leicht verderblich und sollten richtig gelagert werden
Bei Eiern sollte allgemein auf die Mindesthaltbarkeit geachtet werden. Grundsätzlich gilt, das Eier nach dem Legen erst drei bis acht Tage reifen und idealerweise kühl und dunkel gelagert werden sollten. Da sie leicht verderblich sind, sollten rohe Eier ab dem zehnten Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bei Zimmertemperatur können Eier bis zu drei Wochen und im Kühlschrank bis zu vier Wochen gelagert werden. Im Allgemeinen bevorzugt der Großteil der Deutschen braune Eier, doch an Ostern wird vor allem auf weiße Eier zurückgegriffen, da diese sich besser färben lassen. Gefärbte Ostereier aus dem Handel halten sich zwar wegen eines speziellen Schutzlacks deutlich länger, doch Tierschützer raten von deren Kauf ab, da diese fast immer von Hühnern aus Käfighaltung stammten.

Braune Eier sind nicht gesünder als weiße
Ein verbreiteter Irrtum hierzulande ist, dass braune Eier gesünder seien als weiße. Auch wenn dies falsch ist, so gibt es doch nur relativ wenig weiße Eier in Bio-Qualität. Dies komme daher, da sich viele Hühner-Rassen der sogenannten Braunleger im Bio-Bereich bewährt hätten. Da die Weißleger vorwiegend in Käfighaltung zu finden seien, hätte sich bei vielen Verbrauchern durchgesetzt, dass braune Eier mit positiven und weiße Eier mit negativen Eigenschaften besetzt würden. Allerdings habe die Farbe der Eierschale keinen Einfluss auf Geschmack, Nährstoffe oder Vitamine. Die Zusammensetzung und die Qualität des Futters wirken sich dagegen sehr wohl auf die Qualität der Eier aus. Aus diesem Grund und auch um Natur und Umwelt möglichst zu schonen, wird dazu geraten, Eier bevorzugt aus Bio- oder Freilandhaltung zu kaufen.

Auf mögliche Salmonellen-Gefahr achten
Diejenigen, die Eier ausblasen wollen, um sie verziert und kreativ gestaltet an Zweige zu hängen, sollten auf eine mögliche Gefährdung durch Salmonellen achten. Um dieser zu entgehen, sollten rohe Eier mit einem dünnen Strohhalm, einer Einwegspritze mit Kanüle oder einem Blasebalg aus dem Bastelladen ausgeblasen werden. Alternativ dazu kann man das Ei auch vorab mit Alkohol oder warmem Seifenwasser abwaschen. Da beim Kochen nach zwei bis drei Minuten Keime abgetötet werden, ist bei einem gekochten Ei das Salmonellenrisiko jedoch gering. Die jeweilige optimale Kochzeit der Eier hängt von deren Größe sowie der Temperatur ab. Wichtig ist es, das Ei vor dem Kochen an der flacheren Stelle mit einem Eierpiekser anzustechen, damit dieses nicht platzt, denn sonst ist es als Osterei nicht mehr geeignet. Der Inhalt der ausgeblasenen Eier lässt sich zu Rührei oder Omelette verarbeiten oder als Zutat für Kuchen verwenden.

Eier sind wertvolle Nährstoffträger
Auch wenn Eier zu fast drei Vierteln aus Wasser bestehen, so sind sie doch wertvolle Nährstoffträger. Neben Eiweiß und Fett sind im Ei auch Mineralstoffe wie Phosphor, Kalium, Calcium und Eisen sowie die Vitamine A und B enthalten. Wie inzwischen bekannt ist, sind Eier auf die Gesundheit bezogen auch wesentlich besser als ihr Ruf. So besagen etwa neue Erkenntnisse, dass sich Cholesterin in Lebensmitteln kaum auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Zudem hatten im vergangenen Jahr Forscher bei einem Treffen der American Chemical Society in New Orleans neue Belege dafür bekannt gegeben, dass Eiweiß eine positive Wirkung auf Bluthochdruck hat. Doch auch wenn Ostereier den Cholesterinspiegel zwar in der Regel nicht in die Höhe treiben, so können sie doch schwer im Magen liegen. (ad)