Paartherapie: In Getrennten Betten schlafen soll der größte Beziehungskiller sein

Fabian Peters

Schädigen getrennte Schlafzimmer unsere Beziehung?
Der Partner schnarcht mal wieder die halbe Nacht lang, die Ehefrau wälzt sich unruhig stundenlang von einer auf die andere Seite. Kennen Sie solche Situationen auch? Wenn ja, dürfte ihnen bekannt sein, dass in diesem Fall nicht wirklich an einen tiefen und erholsamen Schlaf zu denken ist. Sicher haben einige Betroffene schon einmal überlegt, ob es nicht Sinn machen würde, in getrennten Schlafzimmern zu nächtigen.

Viele Menschen in einer festen Beziehung finden in der Nacht keinen Schlaf, weil ihr Partner beispielsweise laut schnarcht oder mit den Zähnen knirscht. In so einer Situation denken manche Paare über getrennte Schlafzimmer nach. Aber kaum jemand traut sich, dieses Thema anzusprechen. Denn in unseren Köpfen gehört zu einer guten Beziehung auch ein gemeinsames Schlafzimmer mit einem Doppelbett. Nun stellt sich die Frage, ist das auch wirklich Sinnvoll? Die „Hamburger Morgenpost“ befragte zu diesem Thema einige Experten.

Wer immer getrennt schläft, wird auch bald getrennt sein. (Bild: lunaundmo/fotolia.com)
Wer immer getrennt schläft, wird auch bald getrennt sein. (Bild: lunaundmo/fotolia.com)

Paare mit getrennten Schlafzimmern immer noch die Ausnahme
Ihr Partner schnarcht die ganze Nacht oder spricht im Schlaf? Als Folge davon schlafen Sie schlecht und sind oft tagsüber müde. Eigentlich hätten Sie am liebsten ein eigenes Schlafzimmer, trauen sich aber nicht, dieses Thema anzusprechen, aus Angst vor unnötigen Streitereien. Wäre es trotzdem ratsam, in getrennten Betten zu schlafen, wenn es ihre Gesundheit fördern würde? Paare mit getrennten Schlafzimmern oder Betten sind zugegeben eher die Ausnahme. Zu einer harmonischen Beziehung gehört halt ein Schlafzimmer mit Doppelbett. Aber ist das förderlich für unsere Beziehung?

Gestörter Schlaf kann unsere Beziehung stark belasten
Gründe für getrennte Schlafzimmer gibt es unzählige. Oft würde es Beschwerden über lautes Schnarchen des Partners geben, erklärte der Paar- und Sexualtherapeut Friedhelm Schwiderski gegenüber der „Hamburger Morgenpost“. In einem solchen Fall seien meist die Männer die Schuldigen, denn Männer schnarchen viel öfter und meist auch lauter als Frauen, fügte der Schlafmediziner Professor Thomas Pollmächer hinzu. Generell könne man aber sagen, dass wenn ein Partner ständig durch den anderen beim schlafen gestört wird, dies durchaus zu einer Belastung in der Beziehung werden kann. Denn als Folge der Schlafprobleme, macht meist der Geschädigte dem Partner Vorwürfe.

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Durch getrennte Schlafzimmer gehen Paare auf Abstand
Wichtig sei, dass sich betroffene Paare über ihr Problem unterhalten. Das gemeinsame Schlafzimmer sollte nicht einfach aufgegeben werden, zuerst sollten die Paare gemeinsam nach einer besseren Lösung für ihr Problem suchen, erläuterte der Paartherapeut Friedhelm Schwiderski weiter. Denn wenn Partner in getrennten Schlafzimmern nächtigen, gehen sie körperlich auf Abstand zueinander. Bessere Lösungen wären beispielsweise, Ohrenstöpsel bei schnarchenden Partnern, verschieden warme Bettwäsche bei unterschiedlichem Temperaturempfinden oder auch mal eine Nacht auf einem Bett in einem anderen Raum zu verbringen, zum Beispiel wenn am nächsten Tag sehr früh eine wichtige Aufgabe bei der Arbeit ansteht. Wenn Partner komplett auf ein gemeinsames Schlafzimmer verzichten, bedeute dies, dass die Partner körperlich auf Abstand voneinander gehen, betont der Paartherapeut Schwiderski. Solch ein Prozess sei später sehr schwer rückgängig zu machen, weshalb Betroffene darauf achten sollten, gar nicht erst in diese Situation zu geraten und präventive Maßnahmen angeraten seien.(as)