Palmöl in Nutella: Ministerin ruft zum Boykott auf

Sebastian
In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Gesundheitsexperten davor gewarnt, zu viel Nutella zu konsumieren, da der Brotaufstrich sehr viel Zucker und Fett enthält. Nun regt sich weitere Kritik. Frankreichs Umweltministerin sorgt derzeit für großes Aufsehen; sie meinte: „Man muss aufhören, Nutella zu essen“.

Für Palmölgewinnung werden Waldflächen gerodet
„Man muss aufhören, Nutella zu essen“ – mit diesem Aufruf sorgt derzeit Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal für großes Aufsehen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, kritisierte die Sozialistin am Montagabend im Sender Canal Plus, dass sich „in dem beliebten Schoko-Brotaufstrich Palmöl befindet – für dessen Gewinnung Waldflächen gerodet“ würden. „Das richtet beträchtliche Schäden an.“ Die frühere Lebensgefährtin von Frankreichs Staatschef François Hollande zieht deswegen nun gegen Nutella zu Felde und sagte an den Hersteller Ferrero gerichtet: „Sie müssen andere Rohstoffe verwenden.“

Palmöl in Nuttela: Ministerin für Boykott der Schokocreme. (Bild: Africa Studio /fotolia)
Palmöl in Nuttela: Ministerin für Boykott der Schokocreme. (Bild: Africa Studio /fotolia)

Unternehmen will Umweltbelange ernst nehmen
Den Angaben zufolge wollte das Unternehmen Royals Äußerungen nicht direkt kommentieren, betonte jedoch, Umweltbelange ernst zu nehmen. Ferrero sei eine Reihe von Verpflichtungen beim Palmöl eingegangen. So hatte der Süßwarenhersteller im März 2013 angekündigt, nur noch Palmöl für den Brotaufstrich zu verwenden, das zu hundert Prozent als nachhaltig zertifiziert ist. „Der Anbau der Ölpalme kann mit dem Respekt von Umwelt und Bevölkerung einhergehen“, hieß es von Seiten des Konzerns.

Irreführende Werbung
Der Aufstrich steht nicht das erste Mal in der Kritik. Verbraucherschützer haben bereits des öfteren darauf hingewiesen, dass Nutella mit viel Fett und viel Kalorien wahrlich nicht zu einem gesunden Frühstück gehört, wie die Werbung oft vermitteln soll. Vor einigen Jahren wurde der Lebensmittelkonzern Ferrero vom Frankfurter Oberlandesgericht dazu verurteilt, die Etiketten auf den Nutella-Gläsern wegen irreführender Werbung zu ändern. Nach Auffassung des Richters waren die Angaben zu Vitaminen, Mineralstoffen, Kohlenhydraten und dem Fettgehalt darauf ausgelegt, die Verbraucher zu täuschen. (ad)