Panische Angst vorm Zahnarzt: Was kann den Betroffenen helfen?

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Panische Angst vor dem Zahnarzt: Wenn aus Monaten Jahre werden
Wirklich gerne geht wohl kaum einer zum Zahnarzt. Doch wenn ein anstehender Besuch Schweißausbrüche und krankhafte Angstzustände auslöst, spricht man von einer sogenannten Dentalphobie. Zumeist ist die Furcht vor Schmerzen und unangenehmen Bohrgeräuschen so groß, dass Betroffene sich Kontrolluntersuchungen oder notwendigen Reparaturmaßnahmen komplett entziehen.

„Auch der sterile Praxisgeruch löst bei vielen Abwehrreaktionen und sogar Übelkeit aus, sodass sie den Gang zum Zahnarzt meiden – mit fatalen Folgen für Zähne und Gesundheit“, weiß Dr. Dr. Manfred Nilius, M. Sc., Facharzt für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und Leiter der Praxisklinik Nilius in Dortmund.

(Bild: vadymvdrobot/fotolia.com)

Ursachen einer Dentalphobie
Häufig entwickelt sich eine Zahnarztangst aufgrund schlechter Erfahrungen. Dafür können sowohl Fehlverhalten des Mediziners als auch starke Schmerzen bei der Behandlung die Ursache sein. „Betroffene fühlen sich oftmals mit ihren Ängsten nicht ernst genommen und verlieren somit das Vertrauen zum Zahnarzt. Auch können Gefühle wie Kontrollverlust oder Würgereize Auslöser für eine Phobie sein“, betont Dr. Dr. Manfred Nilius. Nicht selten wird auch der Zustand des Ausgeliefertseins gefürchtet, ebenso die Angst vor dem Ersticken oder Erbrechen. Infolgedessen meiden viele Patienten einen Zahnarztbesuch über Jahrzehnte hinweg und riskieren somit größere und sichtbare Schäden. Damit beginnt der Teufelskreis, denn umso mehr Zeit verstreicht, desto aufwendiger wird die Behandlung.



Angstfrei zur nächsten Behandlung
Für einen unbeschwerten Gang zum nächsten Termin löst oftmals ein ruhiges Erstgespräch Anspannungen, baut Hemmungen ab und schafft Vertrauen. „Schmerzempfindlichen Patienten empfehlen wir zudem einen Termin am Nachmittag, da zu dieser Tageszeit das Schmerzgefühl aufgrund eines niedrigeren Cortisol-Wertes bei den meisten Menschen herabgesetzt ist“, beschreibt Dr. Dr. Nilius und ergänzt: „Im Falle einer umfangreicheren Behandlung empfiehlt sich eine Analgosedierung. Dabei verschlafen Patienten in einer Art Dämmerzustand, die für Sie angsteinflößende Situation und können anschließend direkt den Heimweg antreten.“

Selbst vor dem Bohren müssen Betroffene heutzutage dank neuer und sanfter Methoden keine Furcht mehr haben. So entfernt ein sogenannter Wasserlaser schonend und ohne Bohrgeräusche Bakterien mittels Laserlicht und Wasser. Aufgrund einer Vielzahl von Möglichkeiten kann individuell auf den Patienten eingegangen werden, sodass ein Besuch beim Zahnarzt so stress- und angstfrei wie möglich abläuft. (pm)