Paracetamol-Einnahme während einer Schwangerschaft erhöht das Risiko für Autismus und ADHS

Frauen sollten in der Schwangerschaft besonders vorsichtig sein, wenn es um Medikamente geht. Denn bestimmte Wirkstoffe können zu schweren Folgeschäden beim Kind führen. (Bild: fizkes/fotolia.com)
Nina Reese
Die Einnahme von Schmerzmitteln kann schwerwiegende Folgen für das Kind haben
Medikamente in der Schwangerschaft sind ein heikles Thema, denn es gibt einige Wirkstoffe, die beim Ungeborenen zu ernsthaften Schädigungen führen können. Selbst ein einfaches Erkältungsmittel kann daher Substanzen enthalten, die nicht gut für das Kind sind. Was sollten schwangere Frauen also tun, wenn sie beispielsweise bohrende Kopfschmerzen haben? Bislang galt Paracetamol als vergleichsweise ungefährlich und gut verträglich. Spanische Forscher vom Centre for Research in Environmental Epidemiology (CREAL) warnen nun jedoch vor dem weit verbreiteten Schmerzmittel. Denn nehmen Schwangere dieses häufiger ein, habe das Kind ein erhöhtes Risiko für Autismus und die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Wirkstoffe können zu Fehlbildungen führen
Die meisten Frauen haben während ihrer Schwangerschaft hin und wieder Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Doch während es früher kein Problem darstellte, eine Aspirin oder Ibuprofen zu schlucken, müssen Schwangere müssen bei der Einnhame von Medikamenten vorsichtig sein. Denn viele Wirkstoffe gehen auf das ungeborene Kind über und können bei diesem zu schweren Schädigungen führen. Vor allem in den ersten Monaten, kann es schwerwiegende Folgen haben, wenn die Entwicklung der Organe durch schädliche Arzneistoffe gestört wird. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass das Kind mit einer Fehlbildung oder geistigen Behinderung zur Welt kommt.

Frauen sollten in der Schwangerschaft besonders vorsichtig sein, wenn es um Medikamente geht. Denn bestimmte Wirkstoffe können zu schweren Folgeschäden beim Kind führen. (Bild: fizkes/fotolia.com)
Frauen sollten in der Schwangerschaft besonders vorsichtig sein, wenn es um Medikamente geht. Denn bestimmte Wirkstoffe können zu schweren Folgeschäden beim Kind führen. (Bild: fizkes/fotolia.com)

Mehr als 40 Prozent nahmen in der Schwangerschaft Schmerzmittel
Schwangere stehen also oft vor der schwierigen Frage: Welches Mittel darf ich nehmen, wenn der Kopf brummt oder es im Rücken sticht? Zumindest kein Paracetamol, so das Ergebnis einer spanischen Studie, die aktuell in der Fachzeitschrift „International Journal of Epidemiology“ veröffentlicht wurde. Denn nimmt eine Frau dieses in der Schwangerschaft häufiger, riskiert sie bei ihrem Kinder Autismus und eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), so die Wissenschaftler um Claudia Avella-Garcia in ihrem Bericht. Betroffen wären den Angaben zufolge vor allem Jungen.

Die Forscher hatten im Rahmen der Kohortenstudie 2.644 Mütter zu Beginn ihrer Schwangerschaft untersucht und diese beobachtet, bis die Kinder fünf Jahre alt waren. Über 40 Prozent der Mütter hätten demnach angegeben, während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen zu haben. Es zeigte sich, dass die Kinder dieser Frauen später ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität oder Impulsivität hatten, als die der abstinenten Mütter. Zudem zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Einnahme des Schmerzmittels während der Schwangerschaft und einer erhöhten Anzahl von Anzeichen einer so genannten „Autismus-Spektrum-Störung“ bei Jungs (ASS).

Jungs eher von autistischen Störungen betroffen
„Dies ist die erste Kohortenstudie, die zeigt, dass eine Paracetamol-Exposition des Kindes im Mutterleib die Symptome einer ASS bei männlichen Kindern erhöhen kann. Unsere Ergebnisse deuten ebenfalls darauf hin, dass die pränatale Exposition die Aufmerksamkeitsfunktionen im Alter von fünf Jahren beeinflussen kann, was Jungen und Mädchen jedoch in unterschiedlicher Weise betrifft. Ferner lassen unsere Ergebnisse einen Zusammenhang mit Hyperaktivität und Impulsivität vermuten, der auf beide Geschlechter zutrifft“, so die Forscher in ihrem Artikel. Die Zusammenhänge seien demnach offenbar von der Häufigkeit der Einnahme des Medikaments abhängig – doch es sei nicht möglich, die genauen Auswirkungen der Dosierungen zu bestimmen, da die Mütter Schwierigkeiten hatten, sich an die exakten Mengen zu erinnern. (nr)

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