Patient stirbt in Köln an tropischem Lassa-Fieber

Lassa-Fieber in Deutschland aufgetreten. Bild: Jezper - fotolia
Sebastian
Kölner Uniklinik meldet Todesfall durch Lassa-Virus
In Köln ist eine Person infolge des so genannten „Lassafiebers“ gestorben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf den Sprecher der Uniklinik. Lassa kommt normalerweise in mehreren Ländern Westafrikas vor, in Deutschland traten laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) seit 1974 fünf importierte Krankheitsfälle auf. Nähere Hintergründe zum aktuellen Fall sowie das Geschlecht des Patienten sollen heute in einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.
Patient direkt aus Afrika in Kölner Uni-Klinik gebracht
Ein Patient der Kölner Uniklinik ist durch die Tropenkrankheit Lassafieber verstorben. Wie die „dpa“ berichtet, sei die Person nach Angaben der Klinik mit der Diagnose Malaria direkt aus Afrika nach Köln überwiesen worden, wenige Stunden später jedoch verstorben. Aufgrund dessen habe das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin am Mittwoch die Verdachtsdiagnose Lassa-Fieber gestellt, teilte Sprecher Timo Mügge mit. „Daraufhin haben wir umgehend die zuständigen Behörden informiert, mit denen wir derzeit in enger Abstimmung stehen“, so Mügge.

Lassa-Fieber in Deutschland aufgetreten. Bild: Jezper - fotolia
Lassa-Fieber in Deutschland aufgetreten. Bild: Jezper – fotolia

Ob es sich bei dem Verstorbenen um eine Frau oder einen Mann handelt, wurde seitens der Uniklinik noch nicht bekannt gegeben. Über dieses und weitere Details zu dem Fall solle die Öffentlichkeit der „dpa“ zufolge im Laufe des Tages durch eine Pressekonferenz mit dem Kölner Gesundheitsamt informiert werden.

Virus wurde erstmals Ende der 1960er Jahre isoliert
Lassafieber gehört wie z.B. Ebola und Dengue zu den so genannten „hämorrhagischen Fiebererkrankungen“. Benannt wurde sie laut einer Information des RKI nach einer Stadt im Nordosten Nigerias, wo sie 1969 erstmals beschrieben und das Virus anschließend isoliert wurde. Den natürlichen Wirt des Erregers stellt das Nagetier „Mastomys natalensis“ dar. Dieses ist zwar in ganz Afrika südlich der Sahara verbreitet, doch nur in Westafrika sind die Tiere mit dem Lassa-Virus infiziert, so das RKI weiter.
Demnach gibt es zwei etablierte Gegenden, in denen die Erkrankung auftritt: Zum einen Sierra Leone, Guinea und Liberia und zum anderen Nigeria. Die Nagerart lebt hier in ländlichen Gegenden nahe menschlichen Siedlungen, mancherorts tragen zwischen 50 und 100% der Tiere den Erreger in sich. Die Übertragung erfolgt per Kontakt- bzw. Schmierinfektion (z.B. über kontaminierte Lebensmittel) zunächst auf den Menschen und dann häufig weiter von Mensch zu Mensch z.B. über Blut, Speichel, Erbrochenes oder ausgehustete Bluttropfen.

Sechster Fall in Deutschland
Hierzulande kommt die Krankheit hingegen nur sehr selten vor, wenn sie durch Reisende aus Afrika importiert wird. Laut dem RKI wurden vor dem aktuellen Fall seit 1974 erst fünf eingeschleppte Erkrankungen registriert. In den Jahren 1974 und 1985 erkrankten demnach z.B. in Afrika tätige deutsche Ärzte, die hierzulande behandelt und wieder gesund wurden. Im Jahr 2000 verstarb eine 23 Jahre alte Studentin in Würzburg infolge einer Infektion mit dem Lassa-Virus auf ihrer Reise nach Ghana und an die Elfenbeinküste. Im gleichen Jahr fiel ein Nigerianer der Krankheit zum Opfer, nachdem er zur Diagnostik und Behandlung nach Wiesbaden eingeflogen worden war. Im fünften Fall hatte sich ein Patient im Jahr 2006 in Frankfurt am Main nach fast drei Monaten Klinikaufenthalt wieder von der Erkrankung erholt. Der Mann hatte zuvor als Chirurg in seiner westafrikanischen Heimat Sierra Leone gearbeitet.

In den meisten Fällen verursacht die Viruserkrankung kaum oder nur leichte Symptome. Das Lassa-Fieber beginnt schleichend, wobei die Beschwerden zu Beginn einer Grippe ähneln. Typisch ist ansteigendes Fieber und Abgeschlagenheit, hinzu können unter anderem Muskel- und Gliederschmerzen, Husten, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Im Ernstfall kann die Infektion jedoch zu inneren Blutungen führen und dadurch lebensbedrohlich werden. Dementsprechend erfordert die Erkrankung laut dem RKI eine spezielle Behandlung und strikte Isolierung der infizierten Person. (nr)

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