Patientenzufriedenheit spielt eine geringe Rolle

Heilpraxisnet

Patientenzufriedenheit spielt für leitende Klinikärzte eine geringe Rolle

07.10.2014

Für leitende Klinikärzte haben umsatzrelevante Steuerungsgrößen mehr Gewicht als die Patientenzufriedenheit. Ebenso stehen das Wohl der Mitarbeiter und zusätzliche Sozialleistungen für das Personal nicht im Fokus der Chef- und Oberärzte.

Bettenbelegungen, die Fallschwere, das Abrechnungsvolumen und das DRG-System sind bei dem leitenden ärztlichen Klinikpersonal allgegenwärtig. Assistenz- und Stationsärzte nehmen sich noch etwas Zeit für die Patienten und kümmern sich um die Patientenzufriedenheit und Hilfestellungen. Das interessiert die leitenden ärztlichen Mitarbeiter weniger.

Ebenso empfinden die Patienten, dass die Stationsärzte freundlicher sind und mehr Zuwendung zeigen, als die leitenden Mediziner. Hygiene und Sauberkeit steht bei allen Befragten im Mittelpunkt des Interesses. Das dürfte an der breiten Diskussion über Krankenhausinfektionen liegen.

Stationsärzte sind näher am Patienten und legen Wert auf eine gute Beratung, Freundlichkeit und Hilfestellungen.
Soziale Leistungen wie Mitarbeiterwohnungen, Kindergärten für das Klinikpersonal und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz findet bei den leitenden Klinikärzten nur wenig Berücksichtigung.

Leitende Kliniker haben laut einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Aalen, nur taktische und umsatzrelevante Steuergrößen im Fokus. Strategien für die Fort- und Weiterentwicklung ihrer klinischen Einrichtung finden keine oder kaum Beachtung.

"Es gibt zwischen leitenden und ausführenden Ärzten ein Führungsvakuum, das zu einer sehr unterschiedlichen Wahrnehmung der Patientenzufriedenheit und der klinischen Steuergrößen beiträgt und Patientenzufriedenheit spielt für leitende Ärzte eine geringe Rolle, so die Studie", betont der Studienleiter Dr. Bodo R. V. Antonic von der HTW Aalen. (pm)

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