Per Kurzvideo zum Nichtraucher

Heilpraxisnet

Rauchen abgewöhnen durch schockierendes Kurzvideo?

28.08.2014

Die gesundheitlichen Risiken des Rauchens sind weithin bekannt. Die schwarzen Verfärbungen der Lunge, der Raucherhusten, das Krebsrisiko – viele Raucher schreckt dies jedoch nicht ab. Mit einem Kurzvideo, das den Unterschied zwischen der Atmung einer gesunden Lunge und einer Raucherlunge innerhalb von nur sechs Sekunden verdeutlicht, könnte sich dies ändern.

Auf dem Video, das von Devon Arbelo bereits im Februar bei „youtube“ hochgeladen wurde, ist zunächst eine grau-schwarz verfärbte Raucherlunge zu erkennen, die anschließend über einen Schlauch mit Luft gefüllt wird, um die Atmung zu simulieren. Dabei weitet sich das Gebilde jedoch nur minimal und die Form einer Lunge ist kaum erkennbar. Unmittelbar im Anschluss wird der gleiche Vorgang mit einer gesunden Lunge wiederholt. Sie ist nicht verfärbt, deutlich größer und weitet sich erheblich, sobald die Luft durch den Schlauch strömt. Auf drastische Weise wird hier deutlich, wie sehr die Atmung durch den Tabakkonsum langfristig eingeschränkt ist

Rund ein Viertel der Deutschen raucht
Ob das beeindruckende Kurzvideo auf Raucher einen nachhaltigeren Effekt entfaltet, als die Warnhinweise der Zigarettenschachteln und die umfassenden Aufklärungskampagnen, bleibt allerdings fraglich. Denn rund 26 Prozent der Deutschen haben sich den aktuellen Zahlen der Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) zufolge auch bisher nicht durch die Präventionsmaßnahmen vom Tabakkonsum abhalten lassen. Männer zeigen dabei einen deutlich stärkeren Hang zum Rauchen als Frauen. Rund 30 Prozent der Männer waren im Jahr 2013 Raucher, bei den Frauen lag der Anteil der Raucherinnen indes nur bei 21 Prozent, berichtet die DHS. Rund ein Fünftel der Bevölkerung sind laut Angaben der Experten ehemalige Raucherinnen und Raucher.

Rauchen als Hauptrisikofaktor für Krebs
Insgesamt schätzt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Zahl der Raucher in Deutschland auf rund 20 Millionen. Am häufigsten würden dabei junge Erwachsen im Alter bis 29 Jahre zur Zigarette greifen. In dieser Altersgruppe rauchen laut Angaben der DHS 42 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen. Unter gesundheitlichen Aspekten ist dies durchaus bedenklich. Denn „Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für die Entstehung von Krebserkrankungen“, betonte die BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott anlässlich des Weltkrebstages vergangenes Jahr. Der Tabakrauch enthalte über 4.800 verschiedene Substanzen, von denen eine große Anzahl giftig und krebserregend sei. Zwar wüssten viele Menschen, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann, doch weniger bekannt sei, „dass der Zigarettenkonsum auch das Risiko für eine Reihe weiterer Krebsarten erhöht, wie zum Beispiel Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Blasenkrebs“, berichtete die Expertin weiter.


Rauchstopp in jedem Fall angebracht
Angesichts des Gesundheitsrisikos, das mit dem Tabakkonsum einhergeht, ist laut Mitteilung der BZgA ein Rauchstopp in jedem Fall lohnenswert – je früher, umso besser. In Bezug auf das Lungenkrebsrisiko sei zum Beispiel davon auszugehen, dass sich die Erkrankungsgefahr eines Exrauchers nach zehn Jahren etwa halbiert hat, gegenüber einer Person, die unverändert weiter raucht. Den Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg zufolge erkranken in Deutschland jährlich rund 50.000 Menschen an Krebs der Lunge und der Bronchien. Dabei bilde Rauchen den „mit weitem Abstand wichtigste Risikofaktor.“ Männliche Raucher haben ein zwanzig bis dreißig Mal so hohes Risiko wie Nichtraucher, an Lungenkrebs zu erkranken, berichtet das DKFZ. Bei Raucherinnen sei das Lungenkrebsrisiko neun Mal größer als bei „Nie-Raucherinnen“. Insgesamt erkranke etwa jeder zehnte Raucher im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs beziehungsweise Bronchialkrebs, im Durchschnitt 30 Jahre bis 40 Jahre nach Beginn des Tabakkonsums. Jährlich „sterben schätzungsweise 36.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs durch Rauchen“, so die Angaben des DKFZ. (fp)

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