Pfandsystem oder Umweltabgabe: Grüne streiten gegen Kaffeekapseln

Die Grünen fordern ein energisches Vorgehen gegen Aluminium-Kaffeekapseln (Bild: max dallocco/fotolia.com)
Alfred Domke
„Ökologischer Irrweg“: Grüne wollen Verbrauch von Alu-Kaffeekapseln senken
Nicht nur in großen Büros, sondern auch in immer mehr Privathaushalten wird Kaffee mit kleinen Aluminium-Kapseln aufgebrüht. Diese Art der Zubereitung kann manchmal mit einem leichten Gesundheitsrisiko einhergehen, vor allem aber sorgt sie für riesige Müllberge. Die Grünen wollen den Herstellern der Kapseln nun den Kampf ansagen.

Sehr schlechte Umweltbilanz
Die Grünen im Bundestag wollen Herstellern von Aluminium-Kaffeekapseln den Kampf ansagen. Der umweltpolitische Sprecher der Partei, Peter Meiwald, sagte gegenüber dem „Spiegel“: „Der Trend zu Kaffeekapseln ist ökologisch ein Irrweg, denn er bedeutet eine enorme Ressourcen- und Energieverschwendung. Bequemlichkeit kann nicht auf Kosten der Allgemeinheit gehen.“ Den Angaben zufolge wurden im Jahr 2014 in Deutschland fast drei Milliarden Kaffeekapseln verbraucht, das entspricht einem Müllberg von rund 5.000 Tonnen Aluminium und Plastik. Laut Meiwald sei der Gesetzgeber gefragt, wenn die Unternehmen nicht freiwillig Konzepte zur Müllvermeidung vorlegten. „Helfen könnte dann beispielsweise ein Pfandsystem oder eine Umweltabgabe auf die Kapseln.“

Die Grünen fordern ein energisches Vorgehen gegen Aluminium-Kaffeekapseln (Bild: max dallocco/fotolia.com)
Die Grünen fordern ein energisches Vorgehen gegen Aluminium-Kaffeekapseln (Bild: max dallocco/fotolia.com)

Keime in Kapsel-Kaffeemaschinen
Neben dem Umweltaspekt kritisieren viele Gegner auch die Kosten, die selbst für günstige Kaffeekapseln auf ein Kilogramm gerechnet, höher ausfallen als bei herkömmlichem Pulver. Hinzu kommt ein kleines gesundheitliches Risiko, dass bei der Zubereitung drohen kann. So ist ein Großteil der Nespresso-Kaffeemaschinen laut einer Untersuchung bakteriell kontaminiert. Wissenschaftler der Universidad de Valencia hatten in der Studie vor wenigen Monaten fast 70 verschiedene Keime in den Auffangbehältern für verbrauchte Kapseln und Tropfschalen festgestellt. Die gefundenen Erreger könnten vor allem für Menschen deren Immunsystem bereits geschwächt ist und für Kleinkinder ein gesundheitliches Risiko darstellen. Ihnen drohen Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen, die mit Symptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen einhergehen können. Gründe gegen die Kapseln gibt es offenbar genug. (ad)

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