Pferdeseuche verbreitet Angst in Bayern

Fabian Peters
Ausbreitung der Pferdeseuche in Bayern
In Bayern herrscht derzeit angesichts des Auftretens mehrerer Fälle der „Equinen Infektiösen Anämie“ (EIA) große Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Pferdeseuche. Im Landkreis Ebersberg wurden laut Mitteilung des „Bayrischen Rundfunks“ (BR) bereits über zehn Reitställe gesperrt. Darüber hinaus seien unter anderem auch der Landkreis München, der Landkreis Rosenheim und der Landkreis Schwandorf betroffen.

Mit dem Nachweis der Pferdeseuche auf dem Pferdehof im Landkreis Schwandorf hat die „Equine infektiöse Anämie“ nun auch die Oberpfalz erreicht und in Bayern wächst die Angst vor einer weiteren Ausbreitung der Seuche. Zwar ist die EIA für Menschen ungefährlich, doch für Pferde stellt sie eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Deshalb gilt es bei einem Nachweis der ansteckenden Krankheit umgehend entsprechende Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise die Tötung infizierter Tiere und die Einrichtung von Sperrbezirken einzuleiten.

Nachdem in Bayern mehrere Fälle der Pferdeseuche nachgewiesen wurden, bestehe Angst vor einer Ausbreitung der Seuche. (Bild: countrypixel/fotolia.com)
Nachdem in Bayern mehrere Fälle der Pferdeseuche nachgewiesen wurden, bestehe Angst vor einer Ausbreitung der Seuche. (Bild: countrypixel/fotolia.com)

Infizierte Pferde wurden getötet
Auf dem Reiterhof in Reisach im Landkreis Schwandorf wurden die beiden infizierten Pferde laut Mitteilung des „BR“ am Mittwochmorgen eingeschläfert. In einem Radius von einem Kilometer um den Betrieb sei für die nächsten drei Monate ein Sperrbezirk eingerichtet worden. Innerhalb dieses Sperrbezirks befinde sich ein weiterer Pferdehof auf dem nun entsprechende Untersuchungen der Tiere eingeleitet werden. Die blutserologische Untersuchung der übrigen zehn Pferde auf dem Reiterhof in Reisach habe allerdings keine Auffälligkeiten ergeben, berichtet der „BR“ unter Berufung auf einen Sprecher des Landratsamtes in Schwandorf. Die Behörden seien auf den Betrieb aufmerksam geworden, da zwei der infizierten Tiere im Landkreis Rosenheim von diesem Hof stammten. Anschließend habe das Veterinäramt vor Ort Untersuchungen eingeleitet und die EIA bei zwei Tieren nachgewiesen. Gegenüber der „Mittelbayerischen Zeitung“ (MZ) zeigte sich die Besitzerin des Reithofs tieftraurig und verzweifelt.

Oberbayern derzeit besonders stark betroffen
Während in der Oberpfalz bislang lediglich zwei Höfe von der Sperrung betroffen sind und nur auf einem Hof tatsächlich infizierte Tiere festgestellt wurden, ist die Situation in Oberbayern deutlich ernster. Allein im Landkreis Ebersberg wurden laut Angaben des „BR“ bereits über zehn Reitställe gesperrt. Pferde innerhalb der Sperrbezirke dürfen nicht mehr aus dem Bezirk transportiert werden und die Teilnahme an Turnieren, Ausritten oder anderen Veranstaltungen, bei denen sie in Kontakt mit weiteren Pferden kommen, ist untersagt. Für die Betroffenen Reithöfe mit Unterkunft bedeutet dies auch, dass keinen Pensionsgäste mehr angenommen werden können, da ein normaler Umgang mit den Pferden derzeit nicht möglich ist. Erst wenn nach drei Monaten die Blutuntersuchungen aller potenziell gefährdeten Tiere eindeutig negativ ausfällt, können die Sperrbezirke wieder aufgehoben werden.

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Infizierte Tiere müssen keine Symptome zeigen
Den letzten Ausbruch der Pferdeseuche verzeichnete die Oberpfalz laut Mitteilung der „MZ“ im Jahr 2010, als infizierte Pferde von kriminellen Pferdehändlern aus Rumänien hierher verkauft wurden. Betroffen waren damals der Landkreis Cham, Schwandorf, Regensburg und Tirschenreuth. Alle positiv auf EIA getesteten Pferde konnten dabei in Zusammenhang mit den illegalen Tiertransporten aus Rumänien gebracht werden, wo laut Angaben des Veterinäramtes Regensburg bis zu 15 Prozent aller Pferde mit EIA infiziert seien, berichtet die „MZ“. In weiser Voraussicht hatte der Leiter des Veterinäramtes im Landkreis Regensburg, Pio Bauer, schon 2010 die Befürchtung geäußert, dass die Pferdeseuche möglicherweise zurückkehren könnte, da „in einigen Ställen noch chronisch infizierte Tiere stehen.“ Hier liegt auch das Problem bei der Kontrolle der Pferdeseuche. Denn infizierte Tiere müssen nicht zwangsweise Symptome aufweisen und können dennoch die Erreger weitergeben. Die Übertragung erfolgt dabei meist durch blutsaugende Insekten. Unerkannte Infektionen bringen daher ein erhebliches Risiko für die Pferdebestände ganzer Regionen mit sich.

Keine Möglichkeit zur Impfung
Hinweise auf die Pferdeseuche sind laut Angaben der Veterinäre Symptome wie Fieber, Schwäche und Schwellungen der Gliedmaßen. Pferdebesitzer sollten bei entsprechenden Anzeichen umgehend einen Tierarzt hinzuziehen, nicht zuletzt, um eine weitere Übertragung auf andere Pferde zu vermeiden. Nach Ausbruch verläuft die Pferdeseuche vielfach tödlich und angesichts fehlender Möglichkeiten zur Impfung ist bei infizierten Tieren eine zeitnahe Tötung vorgesehen, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Gefährlich ist diese allerdings nur für Einhufer. Für Menschen und andere Tiere besteht keine Infektionsgefahr. (fp)