Pflanze Andorn ist die Heilpflanze des Jahres 2018!

Alexander Stindt
Welche positiven Auswirkungen hat Andorn auf die Gesundheit?
Andorn (Marrubium vulgare) ist eine Heilpflanze, welche in der heutigen Zeit von den meisten Menschen schon fast vergessen ist. Das könnte sich in Zukunft wieder ändern, weil das Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg die Pflanze zur Arzneipflanze des Jahres 2018 kürte. Den meisten Menschen dürfte wahrscheinlich nicht bekannt sein, was die Heilpflanze aus der Familie der Lamiaceen eigentlich bewirkt.

Die Mediziner der Universität Würzburg kürten jetzt Andorn zur Heilpflanze für das Jahr 2018. Dieses Gewächs ist in der heutigen Gesellschaft kaum noch als Heilpflanze bekannt und wird häufig auch als Weißer Andorn oder Mauer-Andorn bezeichnet.

Teemischungen auf Basis von Heilpflanzen können gegen verschiedene Erkankungen und gesundheitliche Probleme helfen. Eine bisher fast in Vergessenheit geratene Pflanze, der Andorn, wurde jetzt zur Heilpfplanze des Jahres 2018 gekürt. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Was sind die typischen Erkennungsmerkmale von Andorn?
Andorn (Marrubium vulgare) wurde bereits von den alten Griechen und Ägyptern verwendet. In der heutigen Zeit ist die heilende Wirkung der Pflanze aber eher in Vergessenheit geraten. Die Pflanze wächst meist an den Rändern von Wegen, blüht dort von Juni bis September und erreicht Höhen von etwa 30 bis 80 cm. Die Pflanze besitzt kleine weiße Blüten und hohle filzig behaarte vierkantige Stängel. Zusätzlich sind auch die Unterseiten der am Rand gezähnten Blätter der Heilpflanze behaart, erläutern die Experten.

Bei welchen Erkrankungen kann Andorn helfen?
Normalerweise wächst Andorn in der Gegend vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien. Aber auch in Mittel- und Nordeuropa gibt es die Pflanze schon seit langer Zeit. Es ist möglich die gesamte Pflanze zu verarbeiten. Andorn enthält sogenannte Diterpen-Bitterstoffe. Der Hauptanteil der Bitterstoffe besteht dabei aus Marrubiin. Außerdem enthält die Pflanze noch Gerbstoffe und geringe Mengen eines ätherischen Öls. Generell wird Bitter- und Gerbstoffen eine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt nachgesagt. Außerdem regen die Bestandteile der Pflanze die Magensäurebildung und die Magen-Darm-Bewegung an. Andorn hilft also gegen Gallenbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit.

Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen können mit Andorn behandelt werden
Andorn wird meist bei Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die Pflanze fördert den Auswurf, sagen Mediziner. Bereits der bekannte Arzt und Alchemist Paracelsus sah in der Pflanze eine Arznei der Lunge. Andorn hilft dabei, festsitzenden zähen Bronchialschleim zu verflüssigen. So kann der Schleim besser abtransportiert und abgehustet werden. Das ätherische Öl in der Pflanze führt zu dem festgestellten Effekt. Zusätzlich hilft die Pflanze bei sogenannten leichten dyspeptischen Beschwerden, wie Blähungen und Flatulenz. Auch bei einer zeitweilig auftretenden Appetitlosigkeit kann die Pflanze Abhilfe schaffen, sagen die Forscher. Die enthaltenden Bitterstoffe führen zu einem verstärkten Gallenfluss. Die Experten empfehlen allerdings, dass die Pflanze nur bei Erwachsenen und Kindern über zwölf Jahre verwendet werden sollte.

In welcher Form kann die Pflanze zu sich genommen werden?
Die Pflanze kann beispielsweise in der Form von Tee eingenommen werden. Dieser wird dann dreimal am Tag vor den Mahlzeiten zu sich genommen. Der Tee kann selber mit einem Teelöffel von Andorn und der Zufügung von 150 ml heißem Wasser hergestellt werden. Die Pflanze ist allerdings auch als ein fertiges Arzneimittel in Apotheken erhältlich. Solche Tropfen sollen vorhandenes Sekret verflüssigen und außerdem schmerzstillend und krampflösend wirken. Zusätzlich wird das Abhusten des zähen Bronchialschleims erleichtert. Es wird von Medizinern empfohlen, dass Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahre vor den Mahlzeiten dreimal täglich 40 Tropfen mit ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Dabei sollte aber eine Dosierung von 120 Tropfen am Tag nicht überschritten werden.

Hoffentlich werden in Zukunft wieder mehr Menschen auf Andorn aufmerksam
Neben der positiven Wirkung der Bitterstoffe, stellten die Experten in einem Modell an Mäusen auch sogenannte analgetische und antiödematöse Effekte fest. Der Andorn ist seit etwa 2000 Jahren Teil unserer europäischen Medizingeschichte und gehörte einst zu den beliebtesten Heilpflanzen, erklären die Experten. Vielleicht wird die Auszeichnung zur Heilpflanze des Jahres 2018 dazu führen, dass der Andorn auch in der heutigen Zeit wieder zu einem häufig verwendeten Naturheilmittel wird. (as)