Pflanzliches Fett neu angeraten für ein gesundes Leben

Alfred Domke

Experten empfehlen Pflanzenfett für eine gesunde Ernährung

Zahlreichen Experten zufolge sollte eine gesunde Ernährung nicht zu viele Kalorien und nur wenig Zucker, Salz und Fett enthalten. Allerdings kann Fett der Gesundheit auch gut tun. So gibt es etwa Hinweise, dass Olivenöl bei Bluthochdruck helfen kann. Ein weiteres pflanzliches Fett wird ebenfalls oft empfohlen: Rapsöl.


Das beliebteste Speiseöl der Deutschen

Die Frage, welches Öl das richtige für eine gesunde Ernährung ist, wird von immer mehr Verbrauchern mit Rapsöl beantwortet. Mittlerweile ist es bei den Deutschen sogar noch beliebter als Sonnenblumen- und Olivenöl. Es ist in der Tat eines der wertvollsten Speiseöle für Küche und Gesundheit. Dies sieht auch der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) so.

Erwachsene sollten täglich bis zu 80 Gramm ihrer Nahrungsenergie in Form von Ölen und Fetten aufnehmen – pflanzliche sind dabei tierischen vorzuziehen. Rapsöl ist laut Gesundheitsexperten eines der empfehlenswertesten Speieseöle. (Bild: photocrew/fotolia.com)

Nahrungsfette liefern nicht nur Energie

Laut einer Mitteilung des OVID haben Wissenschaftler der Universität Hohenheim kurz vor dem Tag der gesunden Ernährung mit Mythen zu Fetten in der Ernährung aufgeräumt.

Den Experten zufolge liefern Nahrungsfette nicht nur Energie, sondern spielen im menschlichen Organismus etwa als Bestandteile von Zellmembranen, thermischer Isolator oder Vorstufe von Hormonen und Botenstoffen eine tragende Rolle.

Dies deckt sich auch mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), nach denen Erwachsene täglich etwa 60 bis 80 Gramm ihrer Nahrungsenergie in Form von Ölen und Fetten aufnehmen sollten.

Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass pflanzliche Fette tierischen vorzuziehen und deren Zusammensetzung zu berücksichtigen seien.

Das Fettsäurespektrum ist entscheidend

„Fett ist nicht gleich Fett“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID. Wie es in der Mitteilung heißt, konsumieren die Deutschen aktuell in Form von Fleisch- und Wurstwaren zu viel gesättigte und zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Die Hohenheimer Wissenschaftler empfehlen daher, den größten Teil der Nahrungsfette über Pflanzenöle, wie etwa Raps- oder Olivenöl aufzunehmen.

„Entscheidend ist das Fettsäurespektrum: Unter allen Pflanzenölen liefert Rapsöl die nahezu optimale Zusammensetzung. Außerdem enthält das Öl Alpha-Linolensäure, eine lebenswichtige Omega-3-Fettsäure“, erklärte Sprick.

Zahlreiche gesundheitliche Vorteile

Die Vorteile von Rapsöl wurden auch schon in anderen Untersuchungen festgestellt. So berichteten US-amerikanische Forscher, dass Rapsöl dabei helfen kann, überschüssiges Bauchfett abzubauen.

Und laut Forschern vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke ist es für manche Menschen sogar besser als Olivenöl.

Die deutschen Wissenschaftler haben festgestellt, dass Rapsöl die Cholesterin- und Leberwerte noch stärker verbessern kann.

Darüber hinaus weisen Kinderärzte schon seit längerem darauf hin, dass Rapsöl ideal für Babybrei ist, da dieses unter anderem einen hohen Anteil an fettlöslichen Vitaminen sowie wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthält.

Dem OVID zufolge gingen 2016 in Deutschland etwa 81 Millionen Liter Rapsöl über die Ladentheke. Rund vier Millionen Tonnen produzierten die deutschen Ölmühlen im Jahr 2016.

Etwa zwei Prozent finden ihren Weg in Flaschen abgefüllt zum Verbraucher, viel öfter kommt Rapsöl jedoch als Zutat in Lebensmitteln wie etwa Frittieröl, Konserven und Margarine zum Einsatz. (ad)