Pflegekräfte beenden Streik an der Charité

Sebastian

Charité: Pfleger und Krankenschwestern beenden Streik vorerst

06.05.2011

Ab heute wollen Pfleger, Krankenschwestern und das technische Personal die Arbeit im Universitätsklinikum Charité Berlin wieder aufnehmen. „Der Streik wird vorerst ausgesetzt“, heißt es von Gewerkschaftsseite. Die Klinikleitung hat den streikenden Mitarbeitern ein erneutes Tarifangebot unterbreitet. Die Verhandlungsführer beider Seiten wollen die Tarifgespräche wieder aufnehmen.

Mehr zum Thema:

Neues Tarifangebot beendet Streit vorerst
Seit der Montags-Frühschicht befanden sich rund 2000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Charité im Arbeitsausstand. Nach genau fünf Tagen des Streiks hat die Geschäftsführung den Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion ein neues Angebot unterbreitet. Nach diesem deutlich besseren Verhandlungsangebot werden nun neue Gespräche geführt. Ab Freitag werden alle Pflegekräfte und technische Angestellte wieder ihre Arbeit aufnehmen und den Streik vorest beenden. Auf Seiten der Gewerkschaft wurde das Arbeitgeberangebot bis in die späten Nachstunden beraten, wie ein Verdi-Sprecher heute sagte.

Beide Gewerkschaften fordern für alle Angestellten der Pflege und des technischen Bereichs eine Bruttolohnanhebung um mindestens 300 Euro pro Monat. „Mit einer solchen Erhöhung könnte das bundeseinheitliche Niveau der Pflegebediensteten erreicht werden. Die Charité vergütet rund 14 Prozent weniger, als andere Kliniken in Berlin“, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

200 Euro mehr und weitere Lohnanpassungen
Nach Angaben der Verhandlungsteilnehmer hatten die Arbeitgeberseite ihr Angebot am frühen Morgen erneuert. Die Arbeitgeberseite wolle in zwei Schritte bis zum 1. Juli 2012 die Entgelte um 200 Euro je Monat anheben und zusätzlich eine generelle Einkommensanpassung an das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes der kommunalen Arbeitgeber vornehmen. Diese Anpassung soll spätestens bis zum Jahresende 2014 umgesetzt sein, wie die Verhandlungsgruppe der Arbeitgeber betonte.

Die Gewerkschaftsseite zeigte sich angesichts der Zugeständnisse zuversichtlich. Die Streikenden seien durch ihr Engagement und ihren Durchhaltewillen ein weites Stück vor angekommen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben mit ihrer Kampfbereitschaft den Ausschlag gegeben“, sagte dbb Verhandlungsführer Arne Goodson. Der Druck auf die Klinikleitung habe die Arbeitgeberseite wieder zu Angeboten bewegen können. Die Mitarbeiter „haben an den drei Charité-Standorten so viel Druck aufgebaut, dass wir jetzt wirklich ein gutes Stück weitergekommen sind.“

Endgültige Ergebnisse werden im Verlauf der nächsten Woche erwartet. Für Patienten bedeutet die Beendigung des Streiks eine Wiederaufnahme des Klinikalltags. Da zahlreiche offengebliebene Aufgaben zunächst aufgeholt werden müssen, kann es weiterhin zu einigen Engpässen an der Charité kommen. (sb)