Pfleger tötete offenbar aus Langeweile

Heilpraxisnet

Pfleger tötete scheinbar aus Langeweile

22.01.2014

Ein wegen Mordes angeklagter 38 –jähriger Krankenpfleger soll zwischen März 2003 und Juni 2005 für den vorsätzlichen Tod von fünf Patienten verantwortlich sein. Die Taten haben sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Oldenburg auf der Intensivstation im Klinikums Delmenhorst ereignet. Um seine medizinischen Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können, hatte der Beschuldigte den Patienten den Wirkstoff Ajmalin injiziert und den Tod dadurch billigend in Kauf genommen. Das Medikament führte zu Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern und Blutdruckabfall.

Langeweile als Tatmotiv
Ein weiteres Tatmotiv soll auch Lageweile gewesen sein. In drei Fällen führte sein Handeln demnach zum Tod der Patienten. Bei den beiden weiteren Fällen wird ihm versuchter Mord zur Last gelegt. Obduktionen nach Exhumierung der Toten konnten allen Ajmalin nachweisen, obwohl sie während der Behandlungszeit nicht mit dem Medikament behandelt worden waren. Im Falle einer der Anklage entsprechenden Verurteilung droht dem Angeschuldigten neben einer lebenslangen Freiheitsstrafe auch die Anordnung von Sicherungsverwahrung.

Krankenhausreport ist Grund zur Besorgnis
Der erst vor kurzem veröffentlichte Krankenhaus-Report der AOK könnte in diesem Zusammenhang bei einigen Menschen ein ungutes Gefühl bei einem Krankenhausaufenthalt verstärken. Angeblich sterben demnach in Deutschen Krankenhäusern jährlich etwa 19.000 Patienten aufgrund von Behandlungsfehlern oder an Antibiotika resistenten Krankenhauskeimen (MRSA) in Folge mangelnder Hygiene, teilte der Leiter des Instituts für Gesundheitssystemforschung an der Universität Witten/Herdecke und Mitherausgeber der AOK-Studie, Max Geraedts mit. Ob diese Zahlen jedoch als relevante Statistik zu bewerten sind, ist nicht ausreichend geklärt. Als Grundlage des Berichtes diente der AOK Datenquellen aus dem Jahr 2007. Das Aktionsbündnis „Patientensicherheit“ hatte damals eine Studie in Auftrag gegeben, die die Autoren des AOK-Reports als ausreichend bewerten. Daraufhin wurden Schätzungen zu der aktuellen Situation in den Krankenhäusern abgeleitet. (fr)

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