Pharmakonzern stoppt Viagra für Frauen

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Pharmakonzern stoppt nach Negativbewertung der US-Arzneimittel FDA die Entwicklung der "Viagra für Frauen".

Überraschend wurde die „Lustpille“ (Flibanserin) für Frauen durch die US-Amerikanische Arzneimittelbehörde FDA gestoppt. Jahrelang wurden intensive Forschungen betrieben, um das Arzneimittel auch auf dem deutschen Markt anzubieten: Nun hat der Pharma-Konzern "Boehringe" die pharmazeutische Entwicklung der „Viagra für Frauen“ gestoppt. Allerdings ist das Unternehmen weiterhin von dem Wirkstoff überzeugt.

Der Wirkstoff „ Flibanserin“ wurde eigentlich entwickelt, um Depressionen zu lindern. Bei der Entwicklung entdeckten die Forscher des Pharmakonzerns, dass der Stoff auch das Lustempfinden von Frauen steigern kann. Somit sollte das Medikament als „Rosa Viagra“ in Apotheken vertrieben werden, um vor allem Frauen vor den Wechseljahren eine Steigerung der Libido zu verschaffen. Doch aufgrund der negativen Bewertung der US-Arzneimittel-Aufsichtsbehörde FDA stellte der Pharmakonzern „Boehringer Ingelheim“ nun die Forschung der „Lustpille“ ein.

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Den Zulassungsantrag für Flibanserin 100 mg zur Behandlung "prämenopausaler Frauen mit Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD)" wurde von der amerikanischen Arzneimittel Behörde bereits im Sommer abgelehnt, da die Pille nicht wirksam genug sei, um mögliche Nebenwirkungen wie z.B. Schwindel und Müdigkeit zu rechtfertigen, so die FDA-Experten. Die Behörde verlangte weitere Studien von dem Pharmahersteller. Doch den Umfang der geforderten Studien will das Unternehmen nicht mittragen. Aus diesem Grund habe man die Entwicklung des Präparates gestoppt, wie man nun mitteilte. Die Entwicklung der Pille liege nun auf Eis. "Die Entscheidung fiel nicht leicht", so ein Sprecher des Unternehmens. Der Konzern sei jedoch weiterhin von dem Arzneimittel überzeugt, wie es hieß.

In Studien traten häufig Nebenwirkungen auf. Diese umfassten Schwindelgefühle, Müdigkeit und Übelkeit. Gelegentlich konnten zudem Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung und Stress als Nebenwirkung beobachtet werden. Zudem zeigten die klinischen Studien auf, dass durch die sedierende Wirkung des Stoffes auch ein erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko bestehen könne. Auch wurde beobachtet, dass beispielsweise die Anti-Baby-Pille oder Alkohol die Nebenwirkungen verstärken kann.

In insgesamt sieben Studien wurde in der Phase III der Wirkstoff „Flibanserin“ getestet. In den zwei wichtigsten Studien konnten zwar rein statistisch bessere Ergebnisse gegenüber dem Placebo in Bezug auf die sexuelle Befriedigung ermittelt werden, allerdings konnte keine signifikante Steigerung des Sexualverlangens nachgewiesen werden. (sb, 10.10.2010)

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