Physiotherapie statt Operationen bei Arthrose

Fabian Peters

Arthrose erfordert nicht zwangsweise eine Operation

12.12.2011

Eine Operation ist bei Arthrose-Patienten der letzte Ausweg. Betroffene sollten vorher in jedem Fall versuchen mit anderen Methoden wie körperlichem Training und Physiotherapie ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen, bevor sie einem chirurgischen Eingriff zustimmen, so eine aktuelle Mitteilung des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.) in Bochum.

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Dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten zufolge können Koordinations-, Gleichgewichts- oder Muskelaufbauübungen einer Physiotherapie die Beschwerden bei Arthrose-Patienten deutlich reduzieren. Der Erfolg einzelner operativer Maßnahme ist hingegen laut Aussage der IFK-Experten unter Berufung auf den Heilmittelreport 2011 der Krankenkasse Barmer GEK eher zweifelhaft. Daher sollte nach Einschätzung des Verbandes in jedem Fall versucht werden, physiotherapeutisch gegen die Arthrose vorzugehen, bevor sich die Betroffenen unters Messer legen.

Mit Kraft-, Koordinations- und Ausdauertraining gegen Arthrose
Laut Aussage der Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten eignen sich die verschiedenen Übungen des Muskel – und Gleichgewichtstrainings dazu, die Schmerzen der Arthrose-Patienten zu lindern, den Knorpelstoffwechsel anzuregen und auf Dauer die Beweglichkeit des Gelenks wieder herzustellen. Keinesfalls sollten die Betroffenen bei Arthrose in eine Schonhaltung verfallen, da diese die Beschwerden auf Dauer noch verstärkt. Stattdessen wird den Patienten dazu geraten mit Hilfe von gezieltem Kraft- und Koordinationstraining, begleitet von Ausdauertraining, gegen die Arthrose anzugehen und so die Belastbarkeit ihres Muskel-, Skelett- und Herz-Kreislauf-Systems zu stärken. Auf diese Weise ließe sich laut Aussage der Experten auch das Risiko von Kreuzschmerzen, chronischen Rückenschmerzen und einer Fibromyalgie deutlich reduzieren. Operation hingegen zeigen dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten zufolge oftmals nicht den gewünschten Erfolg. Als Beispiel für wenig erfolgversprechende chirurgische Eingriffe bei Arthrose nennt der IFK zum Beispiel die Schlüsselloch-Operation bei Knie-Arthrose. Mit Hilfe derartiger Eingriffe lasse sich für die Patienten nahezu keine Besserung erzielen, weshalb physiotherapeutische Maßnahmen hier in jedem Fall vorzuziehen seien,so die Aussage des IFK auf Basis des Heilmittelreports 2011 der Barmer GEK. (fp)