Pilzvergiftung: 16-jähriger syrischer Flüchtling in Münster erleidet tödliche Vergiftung

Fabian Peters
Uniklinik Münster: 16-jähriger Syrer stirbt an schwerer Pilzvergiftung
In der Uniklinik Münster ist ein 16-jähriger syrischer Flüchtling an den Folgen einer schweren Pilzvergiftung gestorben. Der Jugendliche hatte versehentlich Knollenblätterpilze verzehrt. In den vergangenen Tagen wurde verstärkt vor der totbringenden Gefahr durch Giftpilze gewarnt.

16-Jähriger stirbt an Pilzvergiftung
Wie das Universitätsklinikum Münster (UKM) in einer Pressemitteilung bekannt gab, ist der 16 Jahre alte Jugendliche, der in der vergangenen Woche mit einer schweren Pilzvergiftung in die Klinik eingeliefert worden war, in der Nacht zu Montag an den Folgen eines akuten Leberversagens verstorben. Die Leberschädigung des jungen syrischen Flüchtlings war durch den Verzehr giftiger Knollenblätterpilze ausgelöst worden. Nach Angaben der Uniklinik fand sich für den 16-Jährigen kein passendes Spenderorgan.

Der 16-jähriger syrische Flüchtling hat sich mit Knollenblätterpilzen tödlich vergiftet. (Bild: Schlegelfotos/fotolia.com)
Der 16-jähriger syrische Flüchtling hat sich mit Knollenblätterpilzen tödlich vergiftet. (Bild: Schlegelfotos/fotolia.com)

Kein passendes Spenderorgan gefunden
„Aufgrund der Schwere der Vergiftung war eine Transplantation letztendlich die einzige Chance“, erklärte Prof. Dr. Hartmut Schmidt, Direktor der Klinik für Transplantationsmedizin. Dass sie kein Organangebot erhielten, „ist absolut erschütternd“ und macht sie „unheimlich traurig“. Vier weitere Patienten, unter ihnen die Mutter des Jungen, sind derzeit ebenfalls wegen einer Pilzvergiftung in Münster in Behandlung. Schmidt sagte, „drei Patienten haben sich gut erholt und werden keine Folgeschäden behalten“. Sie können die Klinik in den kommenden Tagen geheilt verlassen. Bei dem vierten Patienten, einem Jugendlichen, ist die Lage hingegen kritisch, hier wird eine Spenderleber gesucht.

Einer der giftigsten Pilze hierzulande
Der Knollenblätterpilz (Amanita spec.) ist einer der giftigsten Pilze in Deutschland und für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Er ist sehr gefährlich, da sein Gift erst mehrere Stunden nach dem Verzehr wirkt und dann bereits im ganzen Körper aufgenommen ist. Zunächst treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, ähnlich wie bei einer Magen-Darm-Infektion auf. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zur Schädigung der Leber, die von Blutgerinnungs- und Nierenfunktionsstörungen begleitet werden kann. Und im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein. Der Pilz wird immer wieder mit Champignons verwechselt. In Münster und Hannover wurden in den letzten Tagen über 50 Fälle von Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz bekannt. In den meisten Fällen waren Flüchtlinge aus Syrien betroffen. (ad)