PKV Wechsel nicht immer sinnvoll

Sebastian

Der Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) ist nicht immer sinnvoll.

(22.07.2010) Die Bundesregierung plant den Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die Private Krankenversicherung (PKV) zu erleichtern. Durch die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge denken viele Versicherte darüber nach, von der GKV in die PKV zu wechseln. Doch Vorsicht, ein Wechsel in die PKV ist mit einigen Risiken verbunden und könnte später teurer werden, als geplant. Auch der Bund der Versicherten (BdV) warnt vor einem vorschnellen Wechsel, da eine Private Krankenversicherung nicht immer kostengünstiger ist, auch wenn die privaten Krankenversicherer mit Einstiegsangeboten locken. Denn im Alter und wenn Kinder in der Familienplanung dazu kommen, ist eine PKV oftmals teuerer.

Private Krankenversicherungen locken gern mit kostengünstigen Angeboten. Zunächst sieht es so aus, als wäre eine PKV günstiger als eine reguläre gesetzliche Krankenkasse. Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen ab Januar 2011 ihre Beitragssätze auf 15,5 Prozent vom Bruttolohn erhöhen, sind private Versicherungen mit der Zeit oftmals teurer. Wie der Bund der Versicherten mitteilte, sind diese Angebote tatsächlich nur kostengünstiger für junge Erwachsene ohne Kinder. Denn PKV´s rechnen nicht nach Einkommen ihre Beiträge, sondern nach Risiko und Versorgung. Doch ändern sich wichtige Faktoren, so ergeben sich auch höhere Beiträge.

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So wird beispielsweise bei der PKV nicht Familien mitversichert. Das bedeutet, erwerbslose Ehepartner oder Kinder können nicht mit versichert werden. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten mahnt: "Doch sobald Nachwuchs kommt, wird es teuer. Denn anders als die gesetzlichen Krankenkassen kennen die Privaten keine beitragsfreie Mitversicherung beispielsweise für Kinder." Für Kinder müssen dann gesonderte PKV Krankenversicherungen abgeschlossen werden. Ist der Ehepartner in der GKV versichert, verdient jedoch weniger als der privat Versicherte, so kommt auch dann keine Familienversicherung bei der GKV zu Stande. Nur im umgekehrten Falle, können Kinder bei dem GKV-Versicherten Elternteil mitversichert werden.

Zudem steigen mit Anstieg des Alters meistens auch die Beiträge. Wird man im Alter chronisch krank, so schnellen die Beiträge der PKV weiter nach oben. So kann es leicht passieren, dass sich die PKV-Beiträge verdoppeln oder gar verdreifachen. Deshalb sollte ein Wechsel unbedingt genau überlegt sein. Zudem sollte man zuvor alle Angebote genau vergleichen. Hat man einmal gewechselt, so ist der Weg in die Gesetzliche Krankenkasse für immer versperrt. (sb)