PKV will kapitaldeckende Versorgung

Alfred Domke

Private Krankenversicherer sprechen sich für kapitalgedeckte Versorgung aus

09.11.2013

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat sich anlässlich der neuen Weichenstellung in der Gesundheitspolitik für eine kapitalgedeckte Versorgung ausgesprochen. Die geplante Bürgerversicherung könne die Probleme nicht bewältigen.

Probleme durch demografischen Wandel
Derzeit werden die Weichen neu gestellt in der deutschen Gesundheitspolitik. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat sich jetzt klar für eine kapitalgedeckte Versorgung ausgesprochen. Ihrer Ansicht nach könne allein durch ein Umlagesystem, wie bei der Bürgerversicherung vorgesehen, das Problem des demografischen Wandels nicht bewältigt werden. Dem PKV-Vorsitzenden Uwe Laue zufolge werde sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf über 4 Millionen fast verdoppeln und gleichzeitig die der Erwerbsfähigen um etwa 17 Millionen Menschen zurückgehen.

Aktuelle Koalitionsverhandlungen
„Wer soll dann die höheren Ausgaben bezahlen“, warnte Laue auf einer Pressekonferenz in Berlin. Auf die aktuellen Koalitionsverhandlungen bezogen verwies er darauf, dass in einer gesetzlichen Sozialversicherung keine Kapitaldeckung möglich sei. „Das Geld wäre dort vor einer politischen Zweckentfremdung niemals sicher, wie etliche Beispiele aus der Vergangenheit beweisen“, so Laue. Eine langfristige Vorsorge könnten nur privatrechtlich garantierte Eigentumsansprüche sichern. Außerdem würden diese wirklich jahrzehntelang unangetastet bleiben.

Wunschkonzert der PKV
Der PKV-Vorsitzende fordert von der Politik, mehr Bürgern den Zutritt in die private Krankenversicherung zu erleichtern. Eine Herabsetzung der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 53.550 Euro auf 48.600 Euro sei dafür ab 2014 erforderlich. Und Zusatzversicherungen sollten wieder exklusiv von der PKV angeboten werden dürfen.

Forderungen der Sozialdemokraten zurückgewiesen
Der Verband betonte zwar grundsätzlich auch seine Reformbemühungen, diese scheinen aber doch in Frage gestellt werden zu müssen. So wies der Verband der PKV die Forderungen der Sozialdemokraten energisch zurück, wonach Mitglieder der privaten Krankenversicherungen ihre Altersrückstellungen mit zu anderen Anbietern nehmen dürfen sollen. „Portabilität löst kein Problem, sondern wäre ein sozialpolitisches Hochrisikoexperiment“, so Laue.

Versichertenfreundlicher gestalten
Ein Ziel der PKV sei es jedoch, das Tarifwechselrecht innerhalb der jeweiligen Unternehmen versichertenfreundlicher zu gestalten. Der PKV-Direktor Volker Leienbach betonte jedoch in diesem Zusammenhang, dass das Wechselrecht erst seit 2009 in die Verträge aufgenommen wurde. Privatversicherten mit einem früheren Vertragsabschluss sei es daher nicht möglich, ihre Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel mitzunehmen. (ad)

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Bild: Ronny Richert / pixelio.de