Pollen: Lauftraining-Tipps bei Heuschnupfen

Astrid Goldmayer

Bei Heuschnupfen helfen einfache Maßnahmen gegen Pollenallergie

02.05.2014

Wenn im Frühjahr die ersten Pollen fliegen, bedeutet das für Allergiker den Beginn der Heuschnupfenzeit. Eine laufende Nase, Niesen, brennende Augen und sogar Atemnot können die Folge sein. An Sport im Freien ist für viele Betroffene in dieser Jahreszeit deshalb nicht zu denken. Die Ärztin und Langstreckenläuferin Stefanie Mollnhauer gibt im Gespräch mit dem „Fokus“ Tipps, wie man sich den Spaß am Lauftraining trotz Allergie bewahren kann.

Bei Heuschnupfen sollte das Lauftraining früh morgens bei geringer Pollenbelastung der Luft stattfinden
Bereits im Februar flogen in diesem Jahr die ersten Pollen durch die Luft. Die ungewöhnlich warmen Temperaturen zu Beginn des Jahres machten den Winter milde und gaben der Vegetation einen großen Vorsprung. Pollenallergiker hatten deshalb viel früher mit den unangenehmen Beschwerden des Heuschnupfens zu kämpfen als in den vergangenen Jahren. Nach Hasel, Erle und Birke lassen nun im Mai auch Roggen und viele Gräser ihre Pollen frei. Damit beginnt die belastendste Zeit für Allergiker. Für Läufer bedeutet das häufig eine unfreiwillige Trainingspause oder alternativ das Training auf dem Laufband im Fitnessstudio.

Die Expertin Stefanie Mollnhauer hat Tipps für Outdoor-Sportler zusammen gestellt, die das Training im Freien auch während der Pollensaison erträglich machen, denn Sport in angemessenem Umfang stärkt das Immunsystem und die Psyche, was sich positiv auf den Verlauf der Allergie auswirkt. So sei es ratsam, das Training auf eine Tageszeit zu legen, in der eine möglichst geringe Pollenbelastung der Luft zu verzeichnen ist, rät die Expertin. Früh morgens oder nach einem Regenschauer seien besonders wenig Pollen unterwegs, so dass Läufer in dieser Zeit mit reduzierten Allergiesymptomen rechnen könnten. Zudem solle die Auswahl der Laufstrecke mit Bedacht erfolgen. Wer allergisch auf Gräserpollen reagiere, solle auf eine Route ohne blühende Felder ausweichen. Das gestalte sich jedoch manchmal schwierig, da einige Pollen mehrere hundert Kilometer weit fliegen könnten, so Mollenhauer.

Die Ärztin rät Läufern zudem dazu, eine Kopfbedeckung zu tragen, damit sich die Pollen nicht in den Haaren verfangen und unfreiwillig mit nach Hause genommen werden. Gegen brennende Augen helfe eine Sonnenbrille mit Seitenschutz.

Bei Pollenallergie hilft Naturheilkunde
Wer an starken Heuschnupfenbeschwerden leidet, kann über eine ausgewogene, vitamin-, mineralstoff- und spurenelementereiche Ernährung in Kombination mit Naturheilverfahren eine deutliche Besserung erzielen. Viele Heilpraktiker empfehlen unter anderem eine Darmsanierung, mit der nicht nur die Darmflora wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann sondern ebenfalls die körpereigene Immunabwehr gestärkt wird. Auch die Eigenbluttherapie zielt darauf ab, die Immunreaktion es Körpers zu stärken. Dabei wird dem Patienten Blut abgenommen, das ihm entweder unverändert oder unter Beimischung homöopathischer Mittel wieder injiziert wird. Auf diese Weise wird dem Immunsystem ein Fremdreiz vorgetäuscht. Darüber hinaus können auch Akupunktur, Entspannungsübungen und Homöopathie bei Heuschnupfen angewendet werden.

Verschaffen diese natürlichen und schonenden Verfahren keine Linderung, kann eine sogenannte Hypo- oder Desensibilisierung durchgeführt werden. Dabei erhält der Betroffenen über einen langem Zeitraum regelmäßig eine zunächst sehr geringe und sich allmählich steigernde Menge der allergieauslösender Stoffe als Injektion, wodurch die Reizschwelle für allergische Reaktion langsam erhöht werden soll. Die Desensibilisierung verspricht auch eine deutliche Besserung bei anderen Allergieerkrankungen und soll die Ausbildung weiterer Allergien sowie des allergischen Asthmas verhindern.

Zu guter letzt können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Die Anti-Histaminika und Cortison-Präparate – Letztere sollten nur bei sehr starken Beschwerden angewendet werden – haben jedoch häufig unangenehme Nebenwirkungen und sind Mollenhauer zufolge teilweise auch auf der Dopingliste.

Tipps gegen Heuschnupfen für Zuhause
Wer an einer Pollenallergie leidet kann auch Zuhause einige Maßnahmen ergreifen, um die Pollenbelastung möglichst gering zu halten. Generell gilt: Fenster geschlossen halten. Gelüftet werden sollte nur zu Zeiten einer geringen Pollenkonzentration, früh morgens oder nach einem Regenschauer. Zudem ist es ratsam auf blühende Grünpflanzen in der Wohnung zu verzichten. Allergiker sollten sich abends die Haare waschen, um die Pollen, die sich darin verfangen haben, nicht mit ins Bett zu nehmen. Das sorgt für eine entspanntere Nachtruhe. Auch die Kleidung, die tagsüber getragen wurde, kann Pollen enthalten. Sie sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen und aufbewahrt werden. Im Auto kann das regelmäßige Aussagen und Auswechseln des Pollenfilters zur Verringerung der Allergiesymptome beitragen. Die Fenster bleiben im Idealfall geschlossen, um keine Pollen in das Fahrzeug zu lassen. Urlaubern rät die Expertin dazu, in die Berge zu fahren, da die Pollenbelastung in der Höhe wesentlich geringer ausfällt. (ag)

Bild: Rainer Sturm /Pixelio.de