Pollenallergie: Heuschnupfen kann unbehandelt fatal verlaufen

Alfred Domke

Heuschnupfen kann gefährlich werden: Pollenallergie keinesfalls unterschätzen

Etwa 13 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Pollenallergie. Gesundheitsexperten warnen davor, Heuschnupfen zu unterschätzen. Wenn die Allergie nicht konsequent behandelt wird, kann sich daraus unter anderem chronisches Asthma entwickeln. Einige Tipps können Betroffenen helfen, Beschwerden vorzubeugen beziehungsweise sie zu lindern.


Die häufigste Allergieform hierzulande

Fast ein Drittel der deutschen Erwachsenen und rund jedes vierte Kind leidet an einer Allergie. Gesundheitsexperten zufolge ist Heuschnupfen die häufigste Allergieform. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) haben bundesweit rund 16 Prozent der Bevölkerung – also etwa 13 Millionen Menschen – eine Pollenallergie. In manchen Fällen reichen einfache Hausmittel bei Heuschnupfen aus, um die Symptome zu lindern. Doch manchmal wird auch eine medizinische Behandlung nötig. Unterschätzen sollte man eine Pollenallergie aber keinesfalls, warnen Fachleute.

Heuschnupfen ist die häufigste Allergieform in Deutschland. Wird Pollenallergie nicht rechtzeitig behandelt, kann sich daraus chronisches Asthma entwickeln. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Im Frühling leiden viele Allergiker

Das Frühjahr ist für Menschen mit Heuschnupfen oft eine intensive Leidenszeit.

Neben einer ständig verstopften beziehungsweise laufenden Nase und Niesattacken haben sie meist auch mit juckenden Augen, chronischer Müdigkeit und Schlafstörungen zu kämpfen.

„Ausgelöst wird der allergische Schnupfen durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern“, erklärt der DAAB.

„Sobald die Pollen mit den Schleimhäuten in Berührung kommen“, stellen sich bei den Betroffenen die jeweiligen Symptome ein.

Pollen am besten meiden

Die sicherste Methode zur Therapie des Heuschnupfens ist das Meiden der Pollen. Mit Hilfe von speziellen Apps und auf Internetseiten kann man nachsehen, wann der Pollenflug am stärksten ist und sich teilweise auch sein individuelles allergisches Risiko „vorhersagen“ lassen.

Zu empfehlen ist zudem, morgens zwischen sechs und acht Uhr zu lüften, dann wenn der Pollenflug am geringsten ist.

Bei starkem Wind sollte auf das Lüften verzichtet werden. Damit man die pollenbehaftete Kleidung nicht mit ins Schlafzimmer bringt, sollte man sie am besten bereits im Bad ausziehen.

Geraten wird auch zu einer Dusche vor dem Schlafengehen; insbesondere die Haare sollten gewaschen werden, da sich dort Pollen abgesetzt haben können.

Nasse, im Zimmer aufgehängte Handtücher können helfen, da an ihnen Pollen haften bleiben. Bei Regen wird Allergikern geraten, diese Zeit für einen Spaziergang zu nutzen.

Behandlung auf unterschiedlichen Ebenen

Vielen hilft eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), bei der das Immunsystem über einen längeren Zeitraum langsam an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt wird, indem er dem Betroffenen in allmählich steigender Dosis regelmäßig verabreicht wird.

„Diese Therapie wird von der Weltgesundheitsorganisation als „Allergieimpfung“ bezeichnet“, so die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst.

„Sie kann die Beschwerden einer Pollenallergie erheblich lindern, weil sie die Ursache und nicht die Symptome bekämpft. Die Erfolgsaussichten dieser Behandlungsmethode sind bei den unterschiedlichen Allergien jedoch nicht einheitlich“, erklären die Experten.

Wegen möglicher Nebenwirkungen, die diese Behandlungsmethode mit sich bringen kann, wie etwa allergische Reaktionen oder Kreislauflaufprobleme, setzen manche Allergiker aber lieber auf Naturheilverfahren wie die Eigenbluttherapie, Akupunktur oder Bachblütentherapie.

In Ausnahmefällen wird auch zu einer medikamentösen Behandlung geraten, die zur Linderung und Vermeidung der Heuschnupfen-Symptome und zur Behandlung der entzündlichen Schleimhautschwellungen dient.

Impfung in Aussicht

In Zukunft könnte es womöglich eine Impfung gegen Pollenallergie geben. Denn erst vor kurzem haben Forscher aus Österreich einen Impfstoff gegen Heuschnupfen erfolgreich getestet.

Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, „dass der synthetisch hergestellte Impfstoff BM32 mit vier Injektionen im ersten Jahr und einer Auffrischung im zweiten Behandlungsjahr die Symptome der Betroffenen um mindestens 25 Prozent lindert“, heißt es in einer Mitteilung der MedUni Wien.

Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung der Entwicklung einer wirksamen Heuschnupfen-Therapie.

Heuschnupfen frühzeitig behandeln

Gesundheitsexperten zufolge sollte Heuschnupfen grundsätzlich frühzeitig behandelt werden, sonst könnte sich daraus chronisches Asthma entwickeln.

„Asthma als Folge einer unerkannten Allergie ist leider nicht selten: Etwa 40 Prozent der Betroffenen bekommen im Schnitt nach acht Jahren chronisches Asthma bronchiale – wenn die Allergie nicht ärztlich behandelt wird“, erläutert Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml in einer Mitteilung.

Es ist daher ratsam, bei Verdacht auf eine Allergie zeitnah mit dem Hausarzt zu sprechen und gegebenenfalls einen Termin beim Allergologen zu machen.

„Zur Erkennung einer Pollenallergie werden Hauttests durchgeführt, bei denen Pollenextrakte auf die Haut aufgebracht bzw. unter die Haut gespritzt werden“, so der DAAB.

„Ergänzend kann eine Blutuntersuchung erfolgen, bei der spezifische IgE-Antikörper gegen die jeweiligen Pollen nachgewiesen werden können.“ (ad)