Pommes, Pizza oder Hamburger: Eine einzige fettige Mahlzeit kann den Körper dauerhaft schädigen

Alfred Domke
Pommes, Pizza und Co: Eine einzige fettreiche Mahlzeit kann den Stoffwechsel beeinflussen
Man muss nicht unbedingt jeden Tag zu Pommes, Cheeseburger und Pizza greifen, um sein Diabetes-Risiko zu erhöhen. Laut einer neuen Studie reicht schon eine einzige fettreiche Mahlzeit aus, um eine Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen.

Gesättigte Fette schaden der Gesundheit
Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit. So raten Experten etwa vom regelmäßigen Verzehr von gesättigten Fetten ab, da diese die allgemeine Lebenserwartung beeinträchtigen. Der Verzehr solcher Fette wird oft auch mit der weltweiten Ausbreitung von Übergewicht, Adipositas und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Forscher haben nun herausgefunden, dass man gar nicht besonders viel davon verzehren muss, um seiner Gesundheit zu schaden. Schon eine einzige fettreiche Mahlzeit kann den Stoffwechsel beeinflussen.

Wer regelmäßig Pizza, Pommes und ähnliche Speisen verzehrt, erhöht sein Diabetes-Risiko. Forscher haben nun herausgefunden, dass sogar schon eine einzige fettreiche Mahlzeit ausreicht, um eine Insulinresistenz hervorzurufen. (Bild: Kitty/fotolia.com)

Studie gibt Aufschluss über früheste Veränderungen im Leberstoffwechsel
Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und am Helmholtz Zentrum München haben herausgefunden, dass bereits die einmalige Aufnahme einer größeren Menge Palmöl die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin verringert sowie vermehrte Fetteinlagerungen und Veränderungen im Energiestoffwechsel der Leber hervorruft.

Wie es in einer Mitteilung des Helmholtz Zentrums heißt, geben die Studienergebnisse Aufschluss über früheste Veränderungen im Leberstoffwechsel, die langfristig zu Fettleber-Erkrankungen bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes führen können.

Eine einzige fettreiche Mahlzeit kann Insulinresistenz hervorrufen
Im Fachmagazin „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlichten die Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) gemeinsam mit portugiesischen Kollegen eine Untersuchung an gesunden, schlanken Männern, die nach dem Zufallsprinzip einmal ein aromatisiertes Palmöl-Getränk und ein anderes Mal ein Glas mit klarem Wasser erhielten.

Den Angaben zufolge enthielt das Palmöl-Getränk eine ähnliche Menge an gesättigtem Fett wie zwei Cheeseburger mit Speck und eine große Portion Pommes Frites oder wie zwei Salami-Pizzen.

Die Experten zeigten, dass diese einzige fettreiche Mahlzeit ausreicht, um die Insulinwirkung zu vermindern, also Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen.

Darüber hinaus konnten Veränderungen im Energiehaushalt der Leber nachgewiesen werden.

Die beobachteten Stoffwechselveränderungen gleichen den Veränderungen, wie sie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) beobachtet werden.

„NAFLD ist die häufigste Lebererkrankung in den Industrienationen und mit Fettleibigkeit, dem sogenannten „Metabolischen Syndrom“, und erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Des Weiteren kann die NAFLD in fortgeschrittenen Stadien zu schweren Leberschädigungen führen“, heißt es dazu in einer Mitteilung des DDZ.

Auswirkungen auf die Leber gesunder Menschen
„Überraschend war, dass eine einzige Palmöl-Dosis bei gesunden Menschen so schnell und direkt Auswirkungen auf die Leber hat und durch die verabreichte Fettmenge bereits eine Insulinresistenz ausgelöst wird“, erklärte Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorstand am DDZ und des DZD.

Schon in der Vergangenheit haben Experten vor den Risiken durch Palmöl in Lebensmitteln gewarnt und darauf hingewiesen, dass man es gänzlich ersetzen sollte.

Durch Palmöl werden Muskeln, Leber und Fettgewebe beeinträchtigt
Die Wissenschaftler wiesen dank neuer Untersuchungsmethoden nach, dass die Einnahme des Palmöls Muskeln, Leber und Fettgewebe in ihrer Stoffwechselaktivität beeinträchtigt.

So führt die hervorgerufene Insulinresistenz zu einer vermehrten Zuckerneubildung in der Leber und einer gleichzeitig verminderten Zuckeraufnahme in der Skelettmuskulatur, ein Mechanismus der bei Typ-2-Diabetes und seinen Vorstufen den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt.

Außerdem bewirkt die Insulinresistenz des Fettgewebes eine vermehrte Freisetzung von Fetten in die Blutbahn, welche wiederum die Insulinresistenz weiter fördern.

Die erhöhte Verfügbarkeit von Fett führt dadurch zu einer gesteigerten Arbeitslast der Mitochondrien, was langfristig diese zellulären Kraftwerke überfordern und zur Entstehung einer Lebererkrankung beitragen kann.

Das Wissenschaftlerteam vermutet, dass gesunde Menschen diese unmittelbaren Auswirkungen der fettreichen Nahrung auf den Stoffwechsel je nach Prädisposition der Gene leicht bewältigen können. Problematisch könnten jedoch die langfristigen Folgen für regelmäßige Esser solcher fettreichen Mahlzeiten sein. (ad)