Portal für Betroffene: Erste-Hilfe-Angebote für Internetsüchtige

Alfred Domke
Safer Internet Day: Wo Internetsüchtige Hilfe bekommen
Das Internet hat uns in vielen Bereichen das Leben erleichtert. Manche Menschen verbringen jedoch mehr Zeit im Netz als ihnen gut tut. Vor allem immer mehr Jugendlichen droht die Internetsucht. Zum „Safer Internet Day“ am 7. Februar startet ein neues Hilfsangebot für Betroffene.

Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken
Aktuelle Nachrichten lesen, Fußballergebnisse verfolgen, mit Freunden chatten, spielen, shoppen oder gar den Partner fürs Leben suchen: Für viele Menschen ist das Internet aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. Es erleichtert uns zwar in vielen Bereichen das Leben, birgt allerdings auch Risiken: Immer mehr Menschen sind von Online-Sucht betroffen. Gefährdet sind vor allem junge Männer. Am „Safer Internet Day“ (7. Februar) startet ein neues Hilfsangebot für Betroffene.

Zum „Safer Internet Day“ startet ein neues Hilfsangebot für Internetsüchtige, das die Therapiesuche erleichtern soll. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Wo verläuft die Grenze zwischen normaler Nutzung und Abhängigkeit?
Die Frage, wo beim Internet die Grenze zwischen normaler Nutzung und Sucht verläuft, ist oft gar nicht so einfach zu beantworten.

Wenn dadurch beispielsweise Hobbys beeinträchtigt werden, die sozialen Kontakte leiden oder die Nutzer selbst schöne Tätigkeiten unterbrechen, um auf den Bildschirm zu schauen, ist das Risiko, dass eine Internetsucht oder Handysucht dahinter steckt, groß.

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Online-Therapiesuche für Menschen mit Internetsucht
Am 7. Februar, dem „Safer Internet Day“, wird die deutschlandweit bisher umfassendste Onlinedatenbank zur Therapiesuche für Menschen mit Internetsucht online gehen, berichtet das Universitätsklinikum Tübingen in einer Pressemitteilung.

Im Zentrum der Website „Erste Hilfe Internetsucht“ steht demnach eine Adressdatenbank für Beratungs- und Behandlungsangebote bei internetbasiertem Suchtverhalten.

Die deutschlandweite Recherche der Adressen erfolgte 2015 im Rahmen des Projekts „Angebote bei internetbasiertem Suchtverhalten (AbiS)“.

Konzipiert, entwickelt und umgesetzt wurde das Webangebot von einem Forschungsteam der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Anil Batra und Dr. Kay Uwe Petersen.

Neben der Adresssuche bietet die Internetseite Betroffenen und Angehörigen auch Hintergrundinformationen über Internetsucht.

Lösungsmöglichkeiten bei einer problematischen Internetnutzung
„Es gibt viele Lösungsmöglichkeiten bei einer problematischen Internetnutzung. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen im Alltag, um die Situation zu verbessern“, heißt es auf der Webseite.

„Es ist wichtig, verständlich zu erklären, welche Hilfsmöglichkeiten es überhaupt gibt – von der ambulanten Beratung und Therapie bis hin zur Tagesklinik oder zum stationären Klinikaufenthalt“, erklärte Psychologin Sara Hanke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts.

„Mit dynamischen und lebendigen Inhalten zum Beispiel in Form eines Blogs möchten wir Betroffene jeden Alters und Hintergrunds erreichen“, so die Expertin.

„Wir haben die Seite bewusst lebendig und doch seriös konzipiert“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Linny Bieber. „Sie ist flexibel ausbaubar und bietet zahlreiche Zusatzangebote. Das moderne, responsive Design ermöglicht, dass das Angebot auch über Smartphone und Tablet abrufbar ist.“

Mehr Aufmerksamkeit für die Sicherheit im Netz
Der „Safer Internet Day“ wurde von der Europäischen Union initiiert. Er findet jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats statt.

Menschen aller Altersgruppen sollen dazu bewegt werden, der Sicherheit im Internet mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu gehört auch die Selbstkontrolle über Zeit und Intensität, mit der sich Menschen mit Internetanwendungen wie Onlinespielen oder Sozialen Netzwerken beschäftigen.

Verliert man die Kontrolle, so dass schulische, berufliche oder soziale Verpflichtungen nicht mehr beziehungsweise nur noch ungenügend erfüllt werden, kann eine „Internetsucht“ vorliegen, schreibt die Uni in ihrer Mitteilung. (ad)