Protest für Diabetes Behandlung von Kindern

Sebastian

500 Menschen demonstrierten für die Kostenerstattung der Krankenkassen für kurz wirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ-I.

(24.05.2010) Rund 500 Menschen folgten dem Aufruf der gemeinnützigen Diabetiker-Vereinigung "diabetesDE" und demonstrierten für die Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenkassen von kurz wirksame Insulinanaloga für Kinder und Jugendliche, die an Diabetes Typ I leiden. Abgesandte des Protestmarsches übergaben eine Petition mit über 5000 Unterschriften im Bundesgesundheitsministerium. Die Demonstration wurde von Elterninitiativen, Ärzten und Selbsthilfegruppen unterstützt.

Hintergrund des Protestes ist ein derzeitiges Stellungnahmeverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die G-BA stellte unlängst in einem Gutachten fest, dass es angeblich keinen Grund mehr gebe, die Kosten für kurz wirksame Insulinanaloga für Diabtes Typ-I Patienten von den Gesetzlichen Krankenkassen erstatten zu lassen. Sollte diese Entscheidung Gesetzeskraft erlangen, müssen die damit behandelten Patienten auf Humaninsulin umgestellt werden.

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25.000 Kinder sind in Deutschland an Diabetes Typ-I erkrankt. Etwa die Hälfte der jungen Patienten verwendet das kurz wirksame Analoginsulin.
Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland an Diabetes Typ I erkrankt. Über die Hälfte der erkrankten jungen Patienten nutzt in Deutschland das kurz wirksame Analoginsulin. Dabei können die jungen Menschen ihren Tagesablauf so flexibel wie möglich gestalten. Gerade Kinder benötigen viel Entfaltungsmöglichkeiten und Freiraum. Durch den schnellen Wirkungsbeginn der kurz wirksame Insulinanaloga können sportliche Aktivitäten und spielen schnell und spontan wahrgenommen werden. Kinder mit einer Insulinpumpentherapie können per Knopfdruck mehrmals am Tag die entsprechende Dosis verabreichen. Dadurch ist der Tag Kinder-gerecht und flexibel. So erklärte Professor Dr. med. Thomas Danne von "diabetesDE" und Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft: "Für die meisten Familien ist das Analoginsulin aus eigener Tasche nicht bezahlbar. Doch alle Kinder auf das erstattungsfähige Humaninsulin umzustellen, würde mit Komplikationen verbunden sein."

Hoffnungen auf Weiterfinanzierung des Analoginsulin.
Doch es gibt Hoffnungen, dass das Bundesgesundheitsministerium den Empfehlungen der G-BA nicht folgt. Bereits im Jahr 2008 hatte das Gesundheitsministerium eine Umstellung auf andere Insuline als "unzumutbar für erkrankte Kinder und deren Eltern" bewertet. Damit wurde teilweise den Empfehlungen der B-BA widersprochen. In einem erneuten Stellungnahmeverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses im Februar 2010 wurde erneut argumentiert, dass das Analoginsulin teurer sei als die Humaninsulin-Therapie. Aus diesem Grund sollte die Analoginsulin-Behandlung nicht mehr erstattet werden, so der Bundesausschuss. Doch die Organisatoren der Demonstranten sind erfreut über die rege Beteiligung vieler Menschen aus ganz Deutschland und bewerten die Demonstration als eine Erfolg. "Die Sparpolitik kann nicht ausgerechnet zu Lasten derjenigen gehen, die bereits in frühen Jahren an der chronischen Krankheit Diabetes Typ-I erkrankt sind", so Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von "diabetesDE". Eine öffentliche Stellungnahme des Bundesgesundheitsministeriums wird für die kommenden Woche erwartet. (sb)