Psoriasis-Arthritis: schuppige, entzündete Haut

Heilpraxisnet

Radonwärme lindert Beschwerden der seltenen Rheuma-Krankheit

09.12.2014

Rheuma hat viele Gesichter. Ärzte fassen unter dem Begriff über 100 verschiedene Erkrankungen zusammen. Eine weniger bekannte Form, die Psoriasis-Arthritis, trifft Betroffene gleich doppelt. Sie leiden an der Hautkrankheit Schuppenflechte und arthritischen Veränderungen in den Gelenken gleichermaßen. Das Robert Koch-Institut schätzt die Zahl der an Schuppenflechte erkrankten Menschen auf rund zwei Millionen. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen entwickelt sich daraus eine Psoriasis-Arthritis. Die Ursachen der Schuppenflechten-Arthritis sind noch nicht geklärt. Auch eine ursächliche Therapie oder Heilungsmöglichkeit gibt es nicht. Viele Betroffene suchen daher Hilfe in alternativen Therapien. Neben naturheilkundlichen Therapien und Lichttherapien helfen auch Aufenthalte in warmen Radonstollen.

Betroffene leiden neben der Scham angesichts ihrer geröteten und schuppigen Haut vor allem unter quälenden Schmerzen aufgrund von Gelenkentzündungen, Sehnenansatzreizungen und -entzündungen sowie aufgrund des häufigen entzündlichen Befalls der Wirbelsäule. „Die schulmedizinische Behandlung der Psoriasis-Arthritis stützt sich auf zwei zentrale Standbeine: Physiotherapie und systemische Gabe von Medikamenten“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Radon-Experte und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen. Die Erkrankung wird in der Fachmedizin den sogenannten Spondylarthropathien zugerechnet. „Die Effektivität der Radonwärmetherapie ist gerade bei Spondylarthropathien sehr gut wissenschaftlich belegt“, erklärt Hölzl. Diese Radonwärmetherapie findet in ehemaligen Bergwerken statt. Dort tritt Radon natürlich aus dem Gestein aus. Zur therapeutischen Nutzung fahren Patienten mit einem Zug auf verschiedene Therapiestationen. Patienten nehmen bei einer etwa einstündigen Therapieeinheit, die sie im Liegen verbringen, das Edelgas über Haut und Lunge in niedrigen Mengen auf. Ärzte raten zu mehreren Einfahrten im Rahmen einer Kur. Damit steht Betroffenen neben dem Medikamentenkonsum eine alternative Behandlungsform zur Verfügung. Für die Effektivität der Therapie bei Spondylarthropathien gibt es mehrere kontrollierte Studien, die den langfristigen schmerzlindernden Effekt inklusive der wichtigen Schmerzmitteleinsparung bis zu zwölf Monate aufzeigen und weiter eine Verbesserung des Funktionsstatus und der Lebensqualität belegen.

„Wenn Gelenkentzündungen im Vordergrund stehen, sollte bei hochakuten Zuständen der Psoriasis-Arthritis zuerst eine medikamentöse Einstellung erfolgen. Nach Abklingen der akuten Entzündungs-Phase ist zur Beschwerdelinderung eine Radonwärmetherapie medizinisch sinnvoll und indiziert“, verdeutlicht Dr. Hölzl. Nicht nur die Wirbelsäulen- und Gelenksymptomatik, sondern auch die Hauterscheinungen zeigen in den Monaten nach der Therapie positive Reaktionen. Allein die tropischen Temperaturen im Heilstollen haben einen stabilisierenden Effekt auf die Hauterscheinungen. Durch den Kontakt von Radon mit der Haut potenziert sich dieser Effekt. (pm)

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