Psychologie: Sind sexuelle Schwierigkeiten gleichbedeutend mit Beziehungsproblemen?

Ist ein erfülltes Sexualleben abhängig von der sogenannten Seelenverwandtschaft zwischen Partnern oder benötigt es zur Aufrechterhaltung von Spaß im Bett in der langjährigen Beziehung etwas mehr Arbeit? (Bild: Andriy Bezuglov/fotolia.com)
Alexander Stindt
Probleme im Schlafzimmer hängen oft mit einem falschen Denkmodell zusammen
Wovon hängt es eigentlich ab, ob Paare ein erfüllendes Sexualleben haben? Sicher ist die sogenannte bestehende Chemie zwischen den Menschen nicht unerheblich. Forscher fanden jetzt aber heraus, dass guter Sex tatsächlich viel Arbeit von beiden Partnern erfordert. Aus diesem Grund sollten Paare sowohl an ihren sexuellen Problemen, als auch an der allgemeinen Zufriedenheit in der Beziehung arbeiten.

Die Wissenschaftler der University of Toronto stellten bei einer Untersuchung fest, dass die allgemeine Zufriedenheit in der Beziehung und die Denkweise der Partner sehr wichtig für die sexuelle Aktivität sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Personality and Social Psychology“.

Ist ein erfülltes Sexualleben abhängig von der sogenannten Seelenverwandtschaft zwischen Partnern oder benötigt es zur Aufrechterhaltung von Spaß im Bett in der langjährigen Beziehung etwas mehr Arbeit? (Bild: Andriy Bezuglov/fotolia.com)
Ist ein erfülltes Sexualleben abhängig von der sogenannten Seelenverwandtschaft zwischen Partnern oder benötigt es zur Aufrechterhaltung von Spaß im Bett in der langjährigen Beziehung etwas mehr Arbeit? (Bild: Andriy Bezuglov/fotolia.com)

Generelle Zufriedenheit ist eine gute Grundlage für Spaß im Schlafzimmer
Eigentlich sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand, dass es bei Paaren besser im Bett läuft, wenn beide Partner auch außerhalb des Schlafzimmers zufrieden und glücklich sind. Daher benötigen Probleme im Schlafzimmer meist eine Lösung, welche auch die allgemeine Zufriedenheit der Partner betrifft, erläutern die Experten.

Mediziner untersuchen 1.900 Probanden
Für ihre Studie untersuchten die Forscher aus Toronto 1.900 Probanden. Sie befragten diese Teilnehmer über ihre Vorstellungen, was ein erfülltes Sexualleben ausmacht. Umso stärker Menschen daran glaubten, dass großartiger Sex Arbeit erfordert, umso glücklicher waren sie und ihr Partner mit ihrem Miteinander im Schlafzimmer und der Beziehung, erklären die Wissenschaftler.

Teilnehmer hatten generell zwei verschiedene Denkmodelle zu dem Thema
Bei ihren Vorstellungen über die Voraussetzungen für ein erfülltes Miteinander im Schlafzimmer konnten die Teilnehmer in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt werden, sagen die Mediziner. Eine dieser Menschengruppen glaubte an eine Art sexuelles Schicksal. Diese Probanden waren der Meinung, dass ein großartiges Sexualleben zwischen Seelenverwandten in einer Beziehung niemals besondere Pflege benötigt und intime zwischenmenschliche Probleme ein Zeichen von gebrochener Liebe sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Probanden, welche an sogenanntes sexuelles Wachstum glauben. Diese Menschen sehen die Sexualität als eine Art Baum an, der zum wachsen viel Pflege und Arbeit benötigt, erläutern die Autoren. Probleme im Schlafzimmer können von einem liebenden Paar mit etwas Geduld behoben werden.

Erklärung der beobachteten Denkmodelle:
Doch welches dieser Denkmodelle trifft jetzt zu? Müssen wir für eine erfülltes Sexualleben tatsächlich an uns arbeiten und uns mit dem Partner abstimmen? Solche Paare glauben, an sexuellen Problemen arbeiten zu können und das die Probleme sich keineswegs auf die Beziehungszufriedenheit auswirken, erklären die Mediziner. Oder sind Probleme im Schlafzimmer abhängig von der sogenannten Seelenverwandtschaft und wenn Menschen zusammen passen, ist es auch nicht nötig am Miteinander zu arbeiten? Solche Personen benutzen ihr Sexualleben als eine Art Barometer, wie gut ihre Beziehung funktioniert. Probleme im Schlafzimmer waren bei diesen Probanden gleichzusetzen mit einem generellen Problem in der Beziehung, sagen die Wissenschaftler.

Kommunikation mit dem Partner verbessert das Miteinander im Schlafzimmer
Während die anfängliche sexuelle Anziehung und Verbindung bei Paaren recht groß ist, hält diese normalerweise nur die ersten zwei bis drei Jahre lang an, erläutern die Experten. Danach benötigt die Beziehung viel Kommunikation über Erwartungen und Vorlieben, auch im Schlafzimmer. Also sollten Partner sich mehr Zeit füreinander nehmen, um ihre Phantasien und eventuelle Probleme zu besprechen. Die gute Nachricht für diese Paare ist, dass sich diese Anstrengungen lohnen und wirklich zu Verbesserungen führen, so das Fazit der Wissenschaftler. (as)

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